Wahlalternative setzt auf Gysi und Lafontaine
10.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Oskar Lafontaine (re.) und Gregor Gysi
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Wahlalternative hat parteiinternen Widerstand gegen ein Bündnis mit der PDS eingeräumt. Eine endgültige Entscheidung über eine Zusammenarbeit falle kommende Woche, sagte WASG-Vorstandsmitglied Troost der Netzeitung.
Die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) lehnt eine Kandidatur ihrer Mitglieder auf offenen Listen der PDS strikt ab. «Das kommt nicht in Frage», sagte WASG-Vorstandsmitglied Axel Troost der Netzeitung. Sollte es zu einer Zusammenarbeit mit der PDS kommen, würde die Liste anders heißen. «Es muss gezeigt werden, dass hier etwas Neues entsteht.»
In Bezug auf den Namen für die neue Liste, signalisierte die WASG ihre Bereitschaft der PDS entgegenzukommen. Dass die PDS im Listennamen auftauche sei «eventuell sogar möglich», sagte WASG-Sprecher Murat Cakir der Netzeitung. Mit Blick auf Berichte, wonach die PDS eine Umbenennung in Vereinigte Linke-PDS (VL-PDS) favorisiere, sagte er: «Wir und [Oskar] Lafontaine sind der Meinung, dass das Kürzel PDS im Westen schwer vermittelbar ist; wir müssen aber auch akzeptieren, dass sich viele Menschen im Osten damit identifizieren.»
Mischung aus beiden ParteienTroost sagte, es gebe bereits «denkbare Lösungen» für neue Listennamen. Diese würden derzeit auf ihre «juristische Festigkeit» geprüft. Anfang kommender Woche solle dann die Entscheidung verkündet werden.
Das WASG-Vorstandsmitglied zeigte sich zuversichtlich, dass es zu einer Zusammenarbeit mit der PDS schon für die vorgezogene Bundestagswahl kommen wird. «Wir setzen auf ein starkes Bündnis mit Lafontaine und [Gregor] Gysi als Frontleute», sagte Troost. Dahinter müsse es eine «vertretbare Mischung aus beiden Parteien» geben. Dann bestehe auch die «sehr gute Chance, bei der Neuwahl acht bis zehn Prozent zu erreichen». Der WASG-Sprecher Cakir sagte, die Menschen müssten das «Gefühl bekommen, hier wird etwas geschmiedet, das darauf hinzielt, ihre Arbeits- und Lebenssituation zu verbessern».
Zu 80 Prozent mit PDS einigTroost räumte in diesem Zusammenhang ein, dass es parteiintern auch Widerstand gegen ein Bündnis mit der PDS gebe. Die ablehnende Haltung des thüringischen Landesverband nannte er eine «Einzelposition». Es gebe «Erklärungen anderer Landesverbände», die klar ihre Zustimmung signalisiert hätten. WASG-Sprecher Cakir betonte, es komme jetzt «sehr darauf an, gemeinsam mit den Mitgliedern eine Entscheidung zu treffen». Die WASG-Spitze sei sich zwar zu «80 Prozent mit der PDS einig», es sei aber dennoch eine Mitgliederbefragung vorgesehen. Diese soll laut Angaben Cakirs am Dienstag kommender Woche beginnen und spätestens am 20. Juni abgeschlossen sein.