SPD und Schröder wollen Verfassungsänderung
Kanzleramtschef Frank Walter Steinmeier suche nach einer Lösung, bei der weder eine einzelne Fraktion noch ein einzelner Block innerhalb einer Fraktion die Last des Misstrauensbekenntnisses allein tragen müsse, heißt es in dem Bericht.
Eine solcher Schritt, den Bundestag und Bundesrat jeweils mit einer Zweidrittelmehrheit billigen müssten, sei innerhalb von vier Wochen möglich. Damit verlöre Bundespräsident Horst Köhler zwar sein Exklusivrecht zur Parlamentsauflösung, dafür bliebe ihm eine juristisch zweifelhafte Entscheidung erspart, die dem Ansehen seines Amtes Schaden zufügen könnte.
Die Grünen-Fraktionschefin Krista Sager sprach sich gegen einen solchen Schritt aus. Im RBB-Inforadio sagte sie am Samstag, sie halte das allerdings für «reine Spekulation». Es sei nicht richtig, «dass man jetzt anfängt, das Grundgesetz zu ändern, wie man es jetzt gerade braucht. Das Grundgesetz gibt das Instrumentarium auch für die jetzige Situation».
Auch die FDP lehnt eine Verfassungsänderung ab. Der FDP-Abgeordnete Rainer Funkesagte, eine Gesetzesänderung sei «unnötig». (nz)

