netzeitung.deMerkel in Umfrage erstmals vor Schröder

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Angela Merkel (CDU) (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Angela Merkel (CDU)
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Wahlforscher sehen die CDU-Chefin Angela Merkel im direkten Vergleich mit Bundeskanzler Gerhard Schröder erstmals vorn. Besonders groß ist die Zustimmung unter Frauen.

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel erhält in einer Umfrage für das ZDF-Politbarometer erstmals mehr Zustimmung als Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Auf die Frage, wen sie sich als Bundeskanzler wünschen, hätten sich 50 Prozent der Befragten für Merkel, jedoch nur 44 Prozent für Amtsinhaber Schröder ausgesprochen, berichtet das ZDF vorab. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen hatte dazu zwischen dem 24. und 26. Mai telefonisch 1162 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte befragt.

Den deutlichsten Vorsprung hat Merkel beiden Frauen, wo das Votum 50 zu 43 Prozent ausfiel. Doch auch von männlichen Befragten wurde sie häufiger als Schröder genannt (49 Prozent zu 45 Prozent). Ost-West-Unterschiede konnten die Wahlforscher kaum feststellen. Die mögliche Kanzlerkandidatin der Union befindet sich damit in günstigeren Situation als CSU-Chef Edmund Stoiber vor der Bundestagswahl 2002. Der damalige Kanzlerkandidat lag im Politbarometer nie vor Schröder.

Die Mannheimer Wahlforscher machen eine deutliche Wechselstimmung in der Bevölkerung «ähnlich wie 1998» aus. Knapp eine Woche nach der Ankündigung von Neuwahlen im Bund meinten 60 Prozent der Befragten, es sei an der Zeit, dass im Bund andere Parteien an die Regierung kommen. 36 Prozent sind dagegen, vier Prozent unentschlossen.

Die Forscher stellten außerdem fest: Wie nach gewonnenen Wahlen üblich, habe sich auch nach der Landtagswahl in NRW die Stimmung für den Sieger insgesamt verbessert: In der politischen Stimmung liege die SPD jetzt bei 27 Prozent (minus eins im Vergleich zu Ende April) und die CDU/CSU bei 52 Prozent (plus vier). Die Grünen erreichen sieben Prozent (minus drei). Die FDP komme auf fünf Prozent (minus eins) und die PDS auf unveränderte vier Prozent.

Wäre schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl, kämen längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie taktische Überlegungen der Wähler etwas stärker zur Geltung, meinen die Forscher. Dann käme die SPD auf 30 Prozent (unverändert), die CDU/CSU auf 45 Prozent (plus 1). Die Grünen erhielten nur noch acht Prozent (minus eins), die FDP bekäme sechs Prozent und die PDS fünf Prozent. Sonstige Parteien erreichten unverändert zusammen sechs Prozent. Eine Koalition aus CDU/CSU und FDP hätte damit im Bundestag eine klare Mehrheit. (nz)