Fischer: «Volmer-Erlass» keine Gefahr für Sicherheit
Er kritisierte, Uhl und CSU-Landesgruppenchef Michael Glos hätten eine «unsägliche Skandalisierung» betrieben. Es könne nicht sein, dass der politische Gegner persönlich herabgewürdigt werde und öffentlich als Zuhälter bezeichnet werde.
Während seiner Aussage griff Fischer die Union wiederholt scharf an. Er wolle festhalten, dass die Kriminalitätsstatistik die Anschuldigungen der Union nicht stütze, so der Außenminister. «Die These, dass die Sicherheit gefährdet war, ist eine schlichte Propagandathese der Opposition.»
Fischer wies die Vorwürfe der Union zurück, dass die Grünen so viele Menschen wie möglich ins Land schleusen wollten.
Die Einschätzung im Außenministerium sei damals gewesen, dass die Änderung bei der Visa-Vergabe keinen großen Anstieg an Einreisenden ergeben werde, so der Außenminister. Die Beamten, die dies festgestellt hätten, seien keine «grüne Parteiversammlung» gewesen, sondern vielmehr Mitarbeiter, die bereits unter der Vorgängerregierung gearbeitet hätten.
«Wenn man das zugrunde legt, fällt es schon schwer, wie die Union von grüner Ideologie zu sprechen», so der Außenminister. «Wir saßen nie da, um konspirativ die Ausländergesetze auszutricksen.»
Bei den Besuchsvisa würden prinzipiell drei Gründe geprüft, so Fischer. Die Antragsteller müssten Bonität, Reisezweck und Rückkehrwilligkeit darlegen. Der Visa-Erlass habe lediglich festgelegt, dass nicht bei jedem Zweifel sondern bei «hinreichendem Zweifel» gegen eine Visumserteilung entschieden werden sollte. «Da haben wir eine Öffnung vorgenommen, mehr war nicht drin.»
Fischer wies in diesem Zusammenhang erneut zurück, er sei Schuld an der gestiegenen Zahl der erteilten Visa, vor allem in der Ukraine. «Dieser Visa-Erlass kann niemals Grund für die Entwicklung in Kiew gewesen sein.» Zugleich gestand er ein, «wir wollten doch auch liberaler sein».
Er könne sich nicht erinnern, ob er mit Kanzleramtschef Walter Steinmeier oder dem Bundeskanzler selbst über die Sache gesprochen habe, so Fischer. Selbst wenn das passiert sei, wäre dies aber normal gewesen. Eine Intervention des Kanzleramts sei aber nicht nötig gewesen, weil er sich mit Schily nach dem kurzen Streit einvernehmlich geeinigt habe.
Für das Web ediert von Peter Schink

