Erfurt: Porno-Affäre weitet sich aus: 

netzeitung.deWeitere Ermittlungen in Porno-Affäre bei Polizei

 Herausgeber: netzeitung.de

Pornofahdnung der Polizei (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Pornofahdnung der Polizei
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt in einem Porno-Skandal bei der Thüringer Polizei, ohne dass ein Ende in Sicht ist. Fast zehn Prozent aller Polizisten in dem Bundesland stehen im Verdacht, beteiligt zu sein.

In der Porno-Affäre bei der Thüringer Polizei ist ein Ende der Ermittlungen nicht abzusehen. Wegen der Verbreitung des Materials auf Dienstcomputern könne noch nicht abgeschätzt werden, wann die Ermittler mit ihrer Arbeit am Ende seien, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, Ralf Mohrmann.

Ermittlungen gegen 630 Polizisten
Demnach ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera gegen 630 Thüringer Polizisten wegen der Verbreitung pornografischer Schriften. Zuerst richteten sich die im Herbst 2004 begonnen Ermittlungen, die nach einem anonymen Hinweis begonnen wurden, nur gegen sechs Mitarbeiter aus der Polizeidirektion Saalfeld. Insgesamt gibt es in Thüringen 6400 Polizisten.

Thüringens Innenminister Karl Heinz Gasser (CDU) hatte im März bereits mögliche Konsequenzen angekündigt. Die Affäre werde dienstrechtlich aufgearbeitet. Den Polizisten drohen allerdings auch strafrechtliche Konsequenzen. Wer Porno-Darstellungen an andere weitergibt, kann laut Strafgesetzbuch mit bis zu einem Jahr Haft oder einer Geldstrafe rechnen. (nz)