netzeitung.deHuber kritisiert Urteil zu Zeugen Jehovas

 Herausgeber: netzeitung.de

Bischof Wolfgang Huber (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bischof Wolfgang Huber
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die weitgehende Gleichstellung der Zeugen Jehovas mit den großen Kirchen ist vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Huber, kritisiert worden.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, hat das Urteil des Berliner Oberverwaltungsgerichts zum Status der Zeugen Jehovas kritisiert. Im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg sagte Huber am Donnerstag, er bewerte das Urteil ebenso skeptisch wie die Sekten- und Weltanschauungsexperten seiner Kirche. Die Aussagen der Austrittswilligen beziehungsweise Ausgetretenen seien sehr glaubwürdig.

«Man muss ja auch fragen, wer sonst Auskunft geben soll, wenn nicht diejenigen Menschen, die tatsächlich unter Druck geraten», so der Berliner Bischof. Insofern gebe es sehr ernsthafte Bedenken dagegen, die Zeugen Jehovas als Körperschaft des öffentlichen Rechts anzusehen.

Das Oberverwaltungsgericht hatte die belastenden Aussagen von Aussteigern über die Sekte als nicht ausreichend für eine Benachteiligung der «Zeugen Jehovas» gewertet. Nach Ansicht der Richter erfüllt die Religionsgemeinschaft die Voraussetzungen für die Verleihung der Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts und wäre damit den großen christlichen Kirchen in Deutschland weitgehend gleichgestellt. (nz)