netzeitung.deStudie: Gewalt an Schulen wird brutaler

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Jeder fünfte Hauptschüler hat einen anderen Jugendlichen schon einmal bei einer Prügelei verletzt. Laut einer Studie gehen die Täter dabei immer rücksichtsloser vor.

Die Zahl der Gewalttaten an Schulen hat in den vergangenen Jahren laut einer neuen Untersuchung nicht nennenswert zugenommen. Allerdings habe sich die Qualität der Taten verändert, sagte der Kriminologie-Professor Thomas Feltes der Nachrichtenagentur AP. «Es wird häufiger noch nachgetreten, wenn das Opfer schon am Boden liegt. Und aus einer Rauferei zum Spaß wird schneller als früher eine richtige Prügelei. Das Klima ist rauer, und auch die Angst ist größer.»

Laut Feltes' Umfrage unter 4000 Bochumer Achtklässlern haben 20 Prozent aller Hauptschüler in den vergangenen 12 Monaten einen anderen Jugendlichen so verprügelt, dass dieser zum Arzt musste. Bei Gesamtschülern und Gymnasiasten liege die Quote mit 14 bzw. acht Prozent deutlich niedriger.

Laut der Studie fielen bei Schlägereien mit Verletzungen Schüler mit Migrationshintergrund etwas stärker auf als Schüler, die nicht aus Einwandererfamilien kommen. Feltes führt dies auf die «sozio-ökonomische Benachteiligung» von Ausländerkindern zurück. «Noch stärker als andere Schüler leiden sie unter Perspektivlosigkeit, werden oftmals ausgegrenzt und haben Probleme zuhause», sagte er.

Unter den Tätern und Opfern sind laut Feltes mehr Jungen als Mädchen. Oftmals seien Täter und Opfer identisch. «An einem Tag beziehen die Schüler Prügel, am nächsten Tag teilen sie aus. Es gibt nur ganz wenige, die permanent Opfer von Gewalt und Schikanen sind.» (nz)