netzeitung.deDeutschland will Ukraine an die EU heranführen

 Herausgeber: netzeitung.de

Viktor Juschtschenko und Gerhard Schröder (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Viktor Juschtschenko und Gerhard Schröder
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im Gespräch zwischen Bundeskanzler Schröder und dem ukrainischen Präsidenten Juschtschenko ging es vor allem um wirtschaftliche Fragen.

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat nach seinem Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin angekündigt, sein Land wolle noch 2005 den Status einer funktionierenden Marktwirtschaft zugestanden bekommen. Im Herbst dieses Jahres, so der Plan, will die Ukraine der Welthandelsorganisation WTO beitreten.

Juschtschenko, der sich gemeinsam mit Schröder nach dem Gespräch der Presse stellte, sagte, sein Land plane große wirtschaftliche und politische Reformen. Deutschland als «Partner Nummer Eins» komme dabei eine wichtige Rolle zu.

Schröder wurde gefragt, ob es einen konkreten Zeitplan für die von der Ukraine angestrebten EU-Mitgliedschaft gebe. Er sagte, es wäre falsch, so einen Plan nur zwischen Deutschland und der Ukraine zu beschließen, das sei eine europäische Angelegenheit.

Deutschland werde sich aber dafür einsetzen, um die Ukraine an die «euro-atlantischen Strukuren wie Nato und EU» heranzuführen. Man unterstütze das Land dabei, den Status einer Marktwirtschaft und die Mitgliedschaft in der WTO zu erreichen. Schröder sprach dabei von einer «neuen Dynamik» in den Beziehungen zwischen Kiew und Berlin.

Weiter sagte Schröder, Deutschland sei für die Ukraine der zweitgrößte Handelspartner, deshalb habe er mit Juschtschenko vor allem über Wirtschaftsfragen gesprochen. Mit Sicht auf Russland sagte Schröder, beide seien sich außerdem einig, dass die neuen Beziehungen nicht gegen irgendjemanden gerichtet, sondern dem Interesse der beiden Länder diene. Deutschland habe Interesse daran, mit allen Ländern der Region zusammenzuarbeiten. (nz)