11.01.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die US-Untersuchungskommission zu den Anschlägen vom 11. September will dem Hamburger Oberlandesgericht im Motassadeq-Prozess ihre Erkenntnisse zur Terrorgruppe um Mohammed Atta zur Verfügung stellen.
Ein Mitglied der amerikanischen Untersuchungskommission zum 11. September 2001 soll als Zeuge im Prozess gegen den mutmaßlichen Terrorhelfer Mounir El Motassadeq aussagen. Das kündigte das Hamburger Oberlandesgericht (OLG) am Dienstag an. Das OLG hatte sich mit der Bitte um Hintergrundinformationen an die vom US-Kongress eingesetzt «9/11-Kommission» gewandt.
Der für den 8. März geladene Experte werde Erkenntnisse der Kommission über die Hamburger Attentäter um Mohammed Atta und deren Anschlagsplanungen referieren, so Bundesanwalt Walter Hemberger. Informationen über die im Kommissionsbericht zusammengefassten Ermittlungsergebnisse hinaus seien nicht zu erwarten.
Dem in Hamburg angeklagten Motassadeq wird vorgeworfen, als Mitglied der Gruppe um Atta an den Anschlägen beteiligt gewesen zu sein. Der Marokkaner muss sich wegen Beihilfe zum Mord und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. Der Urteilsspruch wird für April erwartet. (nz)