netzeitung.deKrankenkassen zögern mit Beitragssenkungen

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Gesetzlich Versicherte der meisten Krankenkassen können Anfang 2005 nicht damit rechnen, geringere Beiträge zu zahlen. Laut einer Umfrage ist den meisten Kassen das Risiko unkalkulierbarer Ausgaben in 2005 zu groß.

Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen müssen weiter auf Beitragssenkungen warten. Solche seien bei den meisten Kassen zumindest zu Jahresbeginn nicht geplant. Einige Kassen würden wegen nicht gedeckter Kosten sogar teurer. Das ergab eine Umfrage der Agentur dpa.

Zur Begründung der ausbleibenden Beitragssenkungen sagte der Sprecher des Bundesverbandes der Innungskrankenkassen, Joachim Odenbach: «Es gibt zu viele finanzielle Risiken – und die noch nicht absehbare Entwicklung der Arzneimittelausgaben ist das größte Hindernis».

Der Vorstandsvorsitzende des BKK-Bundesverbandes, Wolfgang Schmeinck erwartet, dass die Beiträge 2005 bestenfalls «im Durchschnitt aller Krankenkassen stabil bleiben».

Der Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Hans Jürgen Ahrens, hält die Beitragsforderungen für berechtigt: «Aus Wettbewerbsgründen kann es sich keine Kasse leisten, einen höheren Beitrag zu verlangen, als nötig ist. Jede Kasse, die senken kann, wird das tun. Und wenn sie es nicht kann, wird sie es nicht tun – da kann die Politik drängen, so viel sie will.»

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt will die Kassen zu einer Beitragssenkung auf durchschnittlich rund 13 Prozent bis Mitte 2005 bewegen. Derzeit liegt der durchschnittliche Beitragssatz aller 279 gesetzlichen Krankenkassen bei 14,2 Prozent und sank damit im Jahresverlauf um 0,1 Punkte.

Im Gesetz zur Gesundheitsreform hatten Koalition und Union Ende 2003 ursprünglich festgelegt, dass sich der durchschnittliche Beitragssatz 2004 auf 13,6 Prozent reduzieren sollte. (nz)