14.11.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Wolfgang Daschner
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Kurz vor Beginn des Prozesses gegen ihn hat Frankfurts Ex-Polizeivizechef Daschner gesagt, er sei zu Gewaltandrohungen im Entführungsfall Metzler von Hessens Regierung ermuntert worden. Die wies das zurück.
Der wegen Folterandrohungen im Mordfall Jakob von Metzler angeklagte ehemalige Vizepräsident der Polizei in Frankfurt am Main, Wolfgang Daschner, hat kurz vor Beginn des Prozesses gegen ihn gesagt, er sei von Politikern zu den Drohungen ermuntert worden. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» gab Daschner in einer Erklärung für die Staatsanwaltschaft an, vom hessischen Innenministerium Rückendeckung erhalten zu haben.
Demnach sagte der damalige Vizepolizeipräsident, er habe sich im Oktober 2002 im hessischen Innenministerium rückversichert, bevor er dem Entführer des elfjährigen Bankierssohns Gewalt androhen ließ. Damit sollte das Versteck des Kindes aus ihm herausgepresst werden. Von Wiesbaden aus sei er zu dem Vorgehen mit den Worten ermuntert worden: «Machen Sie das! Instrumente zeigen!»
Innenministerium dementiertDer Sprecher des hessischen Innenministeriums, Michael Bußer, bestritt die Darstellung Daschners am Samstag. Dafür gebe es in seinem Haus keine Hinweise, sagte der Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AP. Bußer verwies darauf, dass Daschner auch in allen früheren Äußerungen immer gesagt hatte, er habe alleine gehandelt.
Der inzwischen aus dem Frankfurter Polizeipräsidium ins Wiesbadener Innenministerium versetzte Daschner muss sich ab Donnerstag vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. Er ist wegen Verleitung zur schweren Nötigung angeklagt, weil er nach der Entführung Jakob von Metzlers einen Polizisten veranlasst haben soll, dem damals noch Tatverdächtigen Magnus Gäfgen schwere Schmerzen anzudrohen, wenn er das Versteck des Jungen nicht preisgebe. (nz)