netzeitung.deMädchen in Sachsen mit SS-Runen beschmiert

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Wochenlang ist ein Mädchen in Sachsen von zwei Schülerinnen verprügelt und gedemütigt worden. Dann zeichneten sie ihr Opfer mit SS-Runen. Sie seien rechtsextrem, sagten die Täterinnen.

Ein Mädchen ist in Sachsen von zwei Schülerinnen angegriffen und mit Nazi-Symbolen beschmiert worden. Die Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren hätten der 13-Jährigen SS-Runen ins Gesicht geschrieben und die Worte «Bin eine Verräterin» hinzugefügt, teilte die Polizei in der Stadt Grimma mit.

Der Vorfall im westsächsischen Muldentalkreis habe sich bereits Anfang September ereignet und sei das Ende einer langen Leidenszeit für das Opfer gewesen. Die beiden älteren Mädchen hätten die Jüngere immer wieder geschlagen und mit Zigaretten Löcher in ihre Kleidung gebrannt. Trotz zahlreicher Gespräche und Ermahnungen sei es Lehrern nicht gelungen, die Gewalttaten zu stoppen.
Warnung vor «braunem Virus»
Wie es hieß bezeichneten sich die Täterinnen selbst als rechtsextremistisch. Polizeidirektor Bernd Merbitz, der früher die Sonderkommission Rechtsextremismus leitete, kommentierte die Brutalität der beiden Mädchen als erschreckend. Er sei fassungslos, dass so junge Menschen bereits so miteinander umgingen.

Den rechtsextremistischen Hintergrund der Mädchen sieht er im Zusammenhang mit dem Erfolg der NPD bei der Landtagswahl in Sachsen. Merbitz warnte vor einem «braunen Virus», der sich in den Köpfen der Menschen ausbreite. Er appellierte: «Wir alle müssen uns fragen, was wir dagegen tun.» (nz)