netzeitung.deTeil von Nazi-Bauwerk auf Rügen versteigert

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Intakte Bauten im südlichen Bereich der Ferienanlage (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Intakte Bauten im südlichen Bereich der Ferienanlage
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Prora auf der Ostseeinsel Rügen sind mehrere Ruinenteile einer Ferienanlage der NS-Organisation «Kraft durch Freude» versteigert worden. Der unbekannte Bieter erwarb die Nordhälfte des Bauwerks für über 600.000 Euro.

Die Ruinen des einstigen Kraft-durch-Freude-Seebades Prora auf Rügen haben für 625.000 Euro den Besitzer gewechselt.

Ein anonymer Investor habe das Immobilienpaket ersteigert, sagte Auktionator Kai Rocholl von der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG dem Norddeutschen Rundfunk.

Zimmer mit Seeblick
Zur Versteigerung standen den Angaben zufolge rund 766.000 Quadratmeter Wald und Wiesen entlang der Küste inklusive zweier sechsgeschossige Ruinen. Das Mindestgebot lag bei 125.000 Euro.

Mit dem Bau der Anlage war 1936 begonnen worden. Die Urlauber sollten dort in preisgünstigen, modernen Zimmern mit Seeblick untergebracht werden. Der Bau wurde mit Kriegsbeginn 1939 eingestellt.

Südblöcke
Nach dem Krieg stellten die DDR-Behörden die südliche Hälfte von Prora soweit fertig, dass sie bis 1990 von der Nationalen Volksarmee (NVA) genutzt werden konnten. Seit 1994 gehört Prora dem Bund.

Mit der Höhe des Versteigerungserlöses für die nördlichen Prora-Ruinen hatte die Bundesvermögensverwaltung nicht gerechnet. Der Wert der intakten Südblöcke sei bisher deutlich niedriger veranschlagt worden, sagte ein Sprecher. (nz)