netzeitung.deRot-Grün erwägt Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems

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SPD und Grüne haben als Konsequenz aus dem OECD-Bericht zum deutschen Bildungssystem umfassende Konsequenzen angekündigt. Führende Politiker forderten die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems.

Grüne und SPD drängen nach Vorstellung des OECD-Berichts zum deutschen Bildungssystems auf eine radikale Reform der deutschen Schulen. Grünen-Fraktionschefin Krista Sager sagte der «Berliner Zeitung», alle Kinder sollten mindestens bis zur neunten Klasse gemeinsam auf die Schule gehen.

PISA- und die OECD-Studie hätten gezeigt, dass Schüler so besser lernten als im traditionellen dreigliedrigen deutschen Schulsystem, so Sager. «Wir wollen zu einem Schulsystem kommen, wo die Kinder neun bis zehn Jahre zusammenbleiben, aber trotzdem individuell gefördert werden», so Sager.

Die schleswig-holsteinische Kultusministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) sagte der Zeitung, ihre rot-grüne Landesregierung werde mit dem Thema «Schule für alle» in den Landtagswahlkampf im Februar 2005 ziehen. Man wolle der nächsten Legislaturperiode das Schulsystem reformieren. Die Umstellung auf ein anderes Schulsystem werde aber insgesamt zehn bis 15 Jahre dauern.

Auch der Thüringer SPD-Chef Christoph Matschie forderte eine Abschaffung der Dreiteilung: «Das dreigliedrige Schulsystem passt eher zu einer mittelalterlichen Ständeordnung als zu einer modernen Gesellschaft», sagte er. Die «Schule für alle» sei viel erfolgreicher, dies zeige das skandinavische Schulsystem als auch Erfahrungen aus der DDR. (nz)