netzeitung.deCDU uneins über OECD-Bildungsbericht

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Annette Schavan (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Annette Schavan
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der OECD-Bildungsbericht ist von der CDU unterschiedlich bewertet worden. Kultusministerin Schavan kritisierte die Studie, Parteivize Rüttgers nahm sie zum Anlass um von einer «Bankrott-Erklärung» für Rot-Grün zu sprechen. Thema: Streit um Bildung Reiche: Weg zu besserer Bildung ist noch lang Bulmahn räumt Mängel im Bildungssystem ein Bildungsstudie stellt Mängel an deutschen Grundschulen und Kindergärten fest OECD-Experte kritisiert Bildungsreformen Die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan (CDU) hat verärgert auf die Veröffentlichung der Ergebnisse der OECD-Bildungsstudie reagiert. «Das systematische Schlechtreden von Bildung in Deutschland diskreditiert die Arbeit der Lehrer, die mit hoher Motivation Neuerungen umsetzen», sagte sie am Dienstag in Stuttgart. Schavan, die die Bildungspolitik der unionsgeführten Bundesländer koordiniert, bezog sich dabei vor allem auf Äußerungen des OECD-Koordinators Andreas Schleicher. Dieser wolle grundlegende Reformen, so Schavan. Dabei berücksichtige er aber nicht, dass in verschiedenen Bundesländern teilweise schon vor der Pisa-Studie Maßnahmen eingeleitet worden sind. Rüttgers: «Bankrott-Erklärung» für Rot-Grün Anders als ihre Parteikollege Jürgen Rüttgers aus Nordrhein-Westfalen sieht Schavan keinen Mangel «an Visionen und auch nicht an konkreten Reformen». Der OECD warf sie vor, sich immer wieder auf strukturelle Fragen zu konzentrieren. Sie betonte, vorrangig seien die Weiterentwicklung von Unterricht und pädagogischen Konzepten sowie die Umsetzung der Bildungsstandards. «Entscheidend sind Ergebnisse, nicht Strukturdebatten.» CDU-Vize Rüttgers wertete die neue OECD-Bildungsstudie indes als «Bankrott-Erklärung» für die rot-grüne Bildungspolitik. In den vergangenen Jahren sei nicht genug für Bildung und Ausbildung der Kinder getan worden, sagte er. Statt eine «große Bildungsreform beherzt anzupacken», verzettele sich Rot-Grün «in hektischem Aktionismus» und bekomme von der OECD nun die Quittung für eine «mittelmäßige» Bildungspolitik. Deshalb sei Deutschland im internationalen Vergleich weiter zurückgefallen. «Wende in der Bildungspolitik» Der Generalsekretär der CDU, Laurenz Meyer, warf der Bundesregierung vor, aus «der Pisa-Studie nichts gerlernt» zu haben. Die geringen Bildungsausgaben wirkten sich insbesondere auf Grundschulen und Kindergärten negativ aus. Die unionsgeführten Bundesländer machten dagegen vor, wie es besser gehe, so Meyer. «Unter den Flächenstaaten belegen Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt die besten Plätze.» Wo die CDU regiere, gehe es den Menschen im Osten besser, fügte er hinzu. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche (CDU), forderte eine «Wende in der Bildungspolitik». «Wir benötigen in Deutschland ein Wachstumspaket, das sowohl die Innovationsbremsen beseitigt als auch die Weichen für eine bessere Bildungs- und Hochschulpolitik stellt», sagte sie. Das Betreuer-Kinder-Verhältnis in den Grundschulensei «miserabel». Reiche regte an, sowohl schulartspezifische Profile zu stärken als auch die Durchlässigkeit der Schularten untereinander zu erhöhen. Für die Hochschulen verlangte sie eine solide Finanzbasis. Davon ausgehend sollten die Einrichtungen dann selbst «bedarfsgerecht unterschiedliche Schwerpunkte setzen können», so Reiche. (nz)

Die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan (CDU) hat verärgert auf die Veröffentlichung der Ergebnisse der OECD-Bildungsstudie reagiert. «Das systematische Schlechtreden von Bildung in Deutschland diskreditiert die Arbeit der Lehrer, die mit hoher Motivation Neuerungen umsetzen», sagte sie am Dienstag in Stuttgart.

Schavan, die die Bildungspolitik der unionsgeführten Bundesländer koordiniert, bezog sich dabei vor allem auf Äußerungen des OECD-Koordinators Andreas Schleicher. Dieser wolle grundlegende Reformen, so Schavan. Dabei berücksichtige er aber nicht, dass in verschiedenen Bundesländern teilweise schon vor der Pisa-Studie Maßnahmen eingeleitet worden sind.

Rüttgers: «Bankrott-Erklärung» für Rot-Grün
Anders als ihre Parteikollege Jürgen Rüttgers aus Nordrhein-Westfalen sieht Schavan keinen Mangel «an Visionen und auch nicht an konkreten Reformen». Der OECD warf sie vor, sich immer wieder auf strukturelle Fragen zu konzentrieren. Sie betonte, vorrangig seien die Weiterentwicklung von Unterricht und pädagogischen Konzepten sowie die Umsetzung der Bildungsstandards. «Entscheidend sind Ergebnisse, nicht Strukturdebatten.»

CDU-Vize Rüttgers wertete die neue OECD-Bildungsstudie indes als «Bankrott-Erklärung» für die rot-grüne Bildungspolitik. In den vergangenen Jahren sei nicht genug für Bildung und Ausbildung der Kinder getan worden, sagte er. Statt eine «große Bildungsreform beherzt anzupacken», verzettele sich Rot-Grün «in hektischem Aktionismus» und bekomme von der OECD nun die Quittung für eine «mittelmäßige» Bildungspolitik. Deshalb sei Deutschland im internationalen Vergleich weiter zurückgefallen.

«Wende in der Bildungspolitik»
Der Generalsekretär der CDU, Laurenz Meyer, warf der Bundesregierung vor, aus «der Pisa-Studie nichts gerlernt» zu haben. Die geringen Bildungsausgaben wirkten sich insbesondere auf Grundschulen und Kindergärten negativ aus. Die unionsgeführten Bundesländer machten dagegen vor, wie es besser gehe, so Meyer. «Unter den Flächenstaaten belegen Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt die besten Plätze.» Wo die CDU regiere, gehe es den Menschen im Osten besser, fügte er hinzu.

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Katherina Reiche (CDU), forderte eine «Wende in der Bildungspolitik». «Wir benötigen in Deutschland ein Wachstumspaket, das sowohl die Innovationsbremsen beseitigt als auch die Weichen für eine bessere Bildungs- und Hochschulpolitik stellt», sagte sie. Das Betreuer-Kinder-Verhältnis in den Grundschulensei «miserabel». Reiche regte an, sowohl schulartspezifische Profile zu stärken als auch die Durchlässigkeit der Schularten untereinander zu erhöhen. Für die Hochschulen verlangte sie eine solide Finanzbasis. Davon ausgehend sollten die Einrichtungen dann selbst «bedarfsgerecht unterschiedliche Schwerpunkte setzen können», so Reiche. (nz)