netzeitung.deBulmahn räumt Mängel im Bildungssystem ein

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Edelgard Bulmahn (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Edelgard Bulmahn
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Angesichts des schlechten Abschneidens des deutschen Bildungssystems in einer OECD-Studie hat Bildungsministerin Bulmahn eine bessere finanzielle Ausstattung angemahnt. Thema: Streit um Bildung CDU uneins über OECD-Bildungsbericht Bildungsstudie stellt Mängel an deutschen Grundschulen und Kindergärten fest OECD-Experte kritisiert Bildungsreformen

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat sich erneut für einen Abbau von Subventionen zu Gunsten von Bildung ausgesprochen. Sie reagierte damit auf den Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der am heutigen Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Laut der Studie wird in Deutschland zu wenig Geld in die Bildung investiert. Die Folge: Sowohl bei Kindergartenkindern als auch bei Universitätsabsolventen schneiden die Deutschen im internationalen Vergleich schlecht ab.
Bildungsreformen
Bulmahn räumte trotz sichtbarer Fortschritte ein, dass der «Nachholbedarf» im deutschen Bildungssystem noch «enorm» sei. Andere Nationen seien schon wesentlich weiter, weil Reformen dort früher in Gang gesetzt wurden. Die Auswirkungen der Bildungsreformen seien in den betreffenden Ländern erst nach zehn bis 15 Jahren spürbar gewesen, so Bulmahn.

Der Bildungsexperte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, sagte bei der Vorstellung des Berichts, anders als Deutschland hätten viele OECD-Staaten in den 80er und 90er Jahren enorm in den Aus- und Umbau ihrer Bildungssysteme investiert. 2002 investierten die OECD-Staaten im Durchschnitt 21 Prozent mehr in ihre Schulsysteme als im Vorjahr, 30 Prozent mehr in die Hochschulen. In Deutschland seien die Investitionen dagegen nur um sechs beziehungsweise sieben Prozent gestiegen.

Streichung der Eigenheimzulage
Als Reaktion auf den OECD-Bildungsbericht forderte die Ministerin den schnellen Abbau von Subventionen. «Wir müssen in Deutschland mehr in Bildung investieren», sagte Bulmahn. Sie brachte erneut die Streichung der Eigenheimzulage ins Gespräch. Dies sei «der Lackmustest», ob es die Länder ernst meinten mit der Erhöhung der Bildungsinvestitionen. Bis 2010 könnten so bis zu sieben Milliarden Euro mehr für Bildung ausgegeben werden. (nz)