netzeitung.deDeutschen Schulen droht Lehrermangel

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Physikunterricht am Gymnasium (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Physikunterricht am Gymnasium
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In den kommenden sechs Jahren geht voraussichtlich jeder fünfte Lehrer in Rente. Doch die Zahl der Lehramtsabsolventen sinkt weiterhin.

Die Zahl der hauptberuflichen Lehrkräfte an Deutschlands Schulen ist zum vergangenen Schuljahr auf rund 793.000 gestiegen. Doch diesem Zuwachs von 1,3 Prozent in den vergangenen fünf Jahren steht die Pensionierung von mehr als einem Fünftel der Lehrerschaft in den kommenden sechs Jahren gegenüber.
Sinkende Absolventenzahl
Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltbildungstags am morgigen Mittwoch mitteilte, waren 2002 rund 22 Prozent der Lehrkräfte älter als 55 Jahre. Bliebe das durchschnittliche Pensionsalter bei den derzeitigen 61 Jahren, ist bis zum Jahr 2008 mit einem Ersatzbedarf von rund 175.000 Lehrkräften zu rechnen. Die Schülerzahlen werden in diesem Zeitraum demographisch bedingt um etwa sechs Prozent abnehmen.

Die Zahl der Lehramtsstudierenden hatte im Zeitraum zwischen 1997 und 2000 stark abgenommen. Im Wintersemester 2000/01 erreichte sie mit 187.600 einen Tiefpunkt. Da die Studienzeit bis zum ersten Staatsexamen in der Regel fünf Jahren beträgt, ist in den nächsten Jahren mit sinkenden Absolventenzahlen zu rechnen. So schlossen im Prüfungsjahr 2002 nur 23.500 angehende Lehrkräfte ihr Studium ab – knapp sechs Prozent weniger als 2001.

Sprach- und Kulturwissenschaften
Seither ist das Interesse am Lehramt jedoch wieder gestiegen. Im Wintersemester 2003/04 waren mit 210.700 Studierenden in einem Lehramtsstudiengang rund zwölf Prozent mehr eingeschrieben als im Wintersemester 2000/01. Insbesondere für Frauen scheint der Lehrberuf attraktiv zu sein. Ihr Anteil liegt bei 68 Prozent.

Mehr als die Hälfte der angehenden Lehrerinnen und Lehrer wählte im Wintersemester 2003/04 das erste Studienfach aus der Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften. Knapp jeder Fünfte der Studierenden wählte ein Hauptfach im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften und etwa 6,1 Prozent der Studierenden im Fachbereich Sport. (nz)