24.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Am Freitag sollte der Prozess gegen den Lehrer beginnen, der Bundeskanzler Schröder geohrfeigt hatte. Der Verteidiger hat nun überraschend sein Mandat niedergelegt.
Die Kanzlei des Anwalts Michael Moos hat am Dienstag mitgeteilt, dass der Jurist den 52-Jährigen nicht verteidigen werde. Zu den Gründen wollte er sich nicht äußern.
Unklar ist, ob der Prozess gegen Jens Ammoser trotzdem stattfindet. Ein Gerichtssprecher des Mannheimer Amtsgerichtes wies darauf hin, dass in dem Verfahren kein Anwalt benötigt werde. Der Fall sei kein Fall von «notwendiger Verteidigung».
Der zuständige Richter Wolfgang Winkler sagte der «Rhein-Neckar-Zeitung», man habe sich mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung darauf geeinigt, keine Zeugen zu hören. Gerichtssprecher Helmut Bauer bestätigte der Netzeitung, dass Winkler nun aber nach Zeugen für die Ohrfeige sucht. «Es ist unsicher, ob er die kriegt», sagte Bauer. Ohne diese Zeugen müsse der Termin verschoben werden, schreibt die «Rhein-Neckar-Zeitung».
Der 52-jährigen Jens Ammoser ist wegen Körperverletzung und Beleidigung angeklagt. Der arbeitslose Lehrer hatte am 18. Mai Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geohrfeigt.
Weil die Verteidigung um mehr Zeit bat, platzte bereits ein erster Verhandlungstermin im Mai. Wird Ammoser verurteilt, droht ihm eine Geldstrafe oder eine Haftstrafe auf Bewährung. (nz)