Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Widersprüchliche Aussagen
Binashibhs im Motassadeq-Prozess

14. Aug 2004 23:22
Mounir El Motassadeq
Der Chefplaner der Anschläge vom 11. September versucht gezielt, den Terrorverdächtigen Motassadeq zu entlasten. Dem Hamburger Oberlandesgericht liegen Akten aus den USA mit widersprüchlichen Aussagen vor.

Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, Ramzi Binalshibh, versucht offenbar, den Terrorverdächtigen Mounir El Motassadeq gezielt zu entlasten. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» berichtet, ein Vergleich zwischen der dem Hanseatischen Oberlandesgericht aus den USA übermittelten Zusammenfassung von Aussagen Binalshibhs und früheren Einlassungen ergebe zahlreiche Widersprüche.

Der Prozess gegen Motassadeq ist am vergangenen Dienstag neu aufgerollt worden. Er muss sich erneut wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg verantworten. Die erste Verurteilung zu 15 Jahren Gefängnis war vom Bundesgerichtshof aufgehoben worden.

An 'Dschihad-Treffen' teilgenommen

In den am Mittwoch in den Hamburger Terrorprozess eingeführten Dokumenten habe Binalshibh gesagt, der mittlerweile untergetauchte Zakariya Essabar habe «kein Wissen über den Organisationsplan des 11. September» gehabt und sei nicht eingebunden gewesen. Im November habe Binalshibh jedoch gesagt, Essabar sei ursprünglich als Todespilot vorgesehen gewesen, berichtet das Magazin. Auch Motassadeq sei lediglich ein Freund gewesen, der an «Dschihad-Treffen» teilgenommen habe.

Die ebenfalls neu vorgelegten Aussagen des zweiten mutmaßlichen Chefplaners, Khalid Scheich Mohammed, beinhalte laut «Spiegel» jedoch Indizien dafür, dass Motassadeqs Einbindung in das Al-Qaida-Netzwerk stärker war als von ihm bislang eingeräumt.

Treffen in Pakistan

Er und Scheich Mohammed hätten sich Ende 2000 oder Anfang 2001 in Pakistan getroffen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Scheich laut «Spiegel» bereits im Untergrund gelebt und als einer der meistgesuchten Männer der Welt gegolten.

Das US-Justizministerium hatte in seinem Schreiben darauf hingewiesen, dass Binalshibh und Scheich Mohammed möglicherweise absichtlich Informationen zurückgehalten hätten und ihre Aussagen widersprüchlich seien. Allerdings weigern sich die US-Behörden «aus nationalen Sicherheitsgründen», dem Gericht in Hamburg Binalshibh und Scheich Mohammed zur Befragung zur Verfügung zu stellen. (nz)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.