09. Aug 2004 20:13, ergänzt 22:57
Gegen Hartz IV und Sozialabbau allgemein haben allein in Magdeburg rund 15.000 Menschen demonstriert, auch in anderen ostdeutschen Städten kamen Tausenden zu den Montagsdemonstrationen.
In Leipzig gingen nach Polizeiangaben etwa 10.000 Menschen auf die Straße. In Halle und Dessau beteiligten sich jeweils etwa 3000 Menschen, in Aschersleben und Halberstadt waren es insgesamt 2500. Auch in Rostock und Gera gab es Montagsdemonstrationen. Der Streit um diesen Begriff hielt am Montagabend an. Die CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere DDR-Oppositionelle Vera Lengsfeld sagte, sie halte den Namen Montagsdemonstrationen für zu weit hergeholt. Die Regierung Schröder seui «bei aller Kritik» nicht mit der Regierung Honecker zu vergleichen. Der frühere Stasi-Beauftragte, Joachim Gauck, nannte es in der «Berliner Zeitung» töricht und geschichtsvergessen, wenn der Protest gegen Sozialreformen unter dem Titel Montagsdemonstration stattfindet.
Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck wandte sich ausdrücklich gegen Kritik an den Demonstrationen. «Wenn Menschen in Bedrängnis sind, dann müssen sie das auch zum Ausdruck bringen können», sagte der SPD-Politiker. Hartz IV sei für westdeutsche Verhältnisse gemacht und für viele Menschen im Osten eine Zumutung.