Zehntausende protestieren gegen Hartz IV
Der Streit um diesen Begriff hielt am Montagabend an. Die CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere DDR-Oppositionelle Vera Lengsfeld sagte, sie halte den Namen Montagsdemonstrationen für zu weit hergeholt. Die Regierung Schröder seui «bei aller Kritik» nicht mit der Regierung Honecker zu vergleichen. Der frühere Stasi-Beauftragte, Joachim Gauck, nannte es in der «Berliner Zeitung» töricht und geschichtsvergessen, wenn der Protest gegen Sozialreformen unter dem Titel Montagsdemonstration stattfindet.
Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck wandte sich ausdrücklich gegen Kritik an den Demonstrationen. «Wenn Menschen in Bedrängnis sind, dann müssen sie das auch zum Ausdruck bringen können», sagte der SPD-Politiker. Hartz IV sei für westdeutsche Verhältnisse gemacht und für viele Menschen im Osten eine Zumutung.
Demnach soll unter anderem die Regelung bei den Ausbildungsversicherungen geändert werden. Die Bundesregierung kündigte für kommende Woche eine neue Aufklärungskampagne über Hartz IV an.
Stiegler kritisierte im ZDF, die Inhalte der Reformen seien «verhetzt» worden. Hartz IV bedeute für Millionen Menschen eine Besserstellung. Die Agenda 2010 sehe sehr viele Arbeitsplätze schaffende Maßnahmen vor, etwa bei der Vermittlung und Qualifikation von Arbeitslosen. (nz)

