KMK will mit Schweiz und Österreich sprechen
08.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Die Kultusminister wollen noch im August mit den Nachbarländern über die Rechtschreibreform verhandeln. KMK-Generalsekretär Thies bemängelte den «fahrlässigen Umgang» mit dem Thema. Thema: Streit um Rechtschreibreform Parteiübergreifender Streit um Rechtschreibung Reich-Ranicki findet neue Rechtschreibung dämlich Springer und Spiegel kehren zu alter Rechtschreibung zurück DJV: Rechtschreibreform wird scheitern Rechtschreib-Kommission warnt vor Rücknahme der Reform Leserbriefe zum Streit um die Rechtschreibreform Kommentar: Das Gesetz des Chaos
Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) bemüht sich um eine Lösung im Streit um die Rechtschreibreform. Generalsekretär Erich Thies sagte der Nachrichtenagentur AP, es werde in Kürze Gespräche mit Österreich und der Schweiz über die Zukunft der Rechtschreibreform geben.
Es handele sich dabei aber nicht um eine Krisensitzung. Das Treffen auf Arbeitsebene sei vielmehr seit Ende Juni geplant.
Bei dem Treffen in der zweiten Augusthälfte wird es laut Thies vor allem um die Zusammensetzung des «Rates für deutsche Rechtschreibung» gehen. Wie dieser zusammengesetzt werden soll, wollte er noch nicht sagen. Fest steht bislang nur, dass in dem Rat Institutionen, Journalisten und Schriftsteller über eine Weiterentwicklung der Sprache beraten sollen.
Thies rief Politik und Medien zu Besonnenheit und Sachlichkeit auf. Er bemängelte den «fahrlässigen Umgang mit einem Thema, das die Gemüter erhitzt».
Auch der Deutsche Philologenverband, der Verband der Gymnasiallehrer, forderte die schnelle Rückkehr zu einer sachlichen Debatte. Befürworter und Kritiker sollten sich in dem Rat aufeinander zu bewegen, hieß es in einer Erklärung. Die Lösung müsse ein Kompromiss sein.
Spiegel-Chef: Akt des zivilen UngehorsamsSpiegel-Chefredakteur Stefan Aust verteidigte das Vorgehen von «Spiegel» und Springer-Verlag am Sonntag. Er sagte «Spiegel Online», es könne nicht angehen, dass eine kleine Gruppe von Experten eine Neufassung der deutschen Sprache beschließe.
Man habe sich zu dem Schritt entschlossen, so Aust, weil man den Eindruck habe, dass die Mehrheit der Bevölkerung die neue Rechtschreibung nicht akzeptiere. Man wolle ein Signal setzen, dass man nicht alles mit sich machen lasse. Dies sei «ein Akt des zivilen Ungehorsams». (nz)