Parteiübergreifender Streit um Rechtschreibung
07.08.2004
Herausgeber: netzeitung.de
Für den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck hat die Ankündigung der Verlage, zur alten Schreibweise zurückzukehren, «viel mit Kampagne und Public Relations», aber «wenig mit Inhalt zu tun». Das sagte der SPD-Politiker dem Berliner «Tagesspiegel». Der brandenburgische Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) verwies in der «Berliner Zeitung» darauf, dass mit der Reform viele alte Ausnahmeregelungen aufgegeben worden seien. Dies wertete er als sinnvollen Schritt.
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ist dafür, dass dies schon im Herbst geschieht. Damit würde man dem Wunsch einer großen Mehrheit der Deutschen nachkommen, sagte der CDU-Politiker der «Bild am Sonntag». Anders sein Parteikollege Dieter Althaus: «Ich bin gegen eine Reform der Reform», sagte der thüringische Ministerpräsident der «Berliner Zeitung.»
Eine Blitzumfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL ergab laut der Nachrichtenagentur AP eine deutliche Mehrheit für die alte Rechtschreibung. 75 Prozent der lediglich 506 Befragten sprachen sich demnach für die alten Schreibweisen aus. (nz)

