06. Aug 2004 20:50
Der Literaturkritiker Reich-Ranicki hat sich für eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung ausgesprochen. Die neuen Regeln seien dämlich, sagte er.
In der Debatte über die Rechtschreibung in Deutschland hat Marcel Reich-Ranicki für eine teilweise Rücknahme der Reform ausgesprochen. Er wäre glücklich, wenn die alte Rechtschreibung sobald wie möglich wieder gelten würde, sagte er im Südwestrundfunk (SWR).Zugleich äußerte er scharfe Kritik an den neuen Regeln. Diese seien «dämlich». Er schlug demnach vor, sie nur in einigen Punkten «sparsam und behutsam» zu korrigieren. So solle das «ß» seiner Ansicht nach komplett abgeschafft werden. Das werde in der Schweiz bereits seit langem praktiziert.
Reich-Ranicki räumte zugleich ein, dass es zwar ein schmerzhafter Prozess sei, sich an mögliche Änderungen zu gewöhnen. Dies sei aber nicht zu vermeiden. Schüler, die schon seit Jahren mit der neuen Rechtschreibung lernten, müssten sich wieder umstellen, betonte er. (nz)