Anlass für die Kritik an Filbigers Aufstellung als Mitglied der Bundesversammlung durch die baden-württembergische CDU bei der Bundespräsidentenwahl ist seine Tätigkeit als Marinerichter in der NS-Zeit in der er auch für Todesurteile verantwortlich war. Die Union machte am Freitag klar, dass sie an Filbinger festhalten werde.Christian Lange, Sprecher der baden-württembergischen SPD-Abgeordneten im Bundestag, warf der CDU in seinem Bundesland Rechtslastigkeit vor. Sie habe Filbinger berufen, um den «rechten Narrensaum» an sich zu binden, sagte Lange der Zeitung.
Der baden-württembergische CDU-Fraktionschef Günther Oettinger verteidigt hingegen die Nominierung des früheren NS-Marinerichters. Die Proteste gegen Filbinger seien nichts anderes als ein «durchsichtiges Manöver von SPD und Grünen», sagte er der Chemnitzer «Freien Presse». Die Kritik sei ein letzter Versuch, Unruhe in die Reihen von Union und FDP zu bringen. Das werde aber nicht gelingen.