netzeitung.deMerkel verteidigt Kurs gegenüber der Türkei

 Herausgeber: netzeitung.de

Merkel in Demmin (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Merkel in Demmin
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

CDU-Chefin Merkel hat bekräftigt, dass die Türkei nicht EU-Mitglied werden solle. Am Politischen Aschermittwoch warf sie Kanzler Schröder zudem vor, er «flüchte ins Ausland».

CDU-Chefin Angela Merkel hat die Ablehnung der Union eines möglichen EU-Beitritts der Türkei erneuert und die Europa-Politik der Bundesregierung scharf angegriffen. Kanzler Gerhard Schröder sollte sich lieber um die Probleme im Land kümmern, «anstatt ins Ausland zu flüchten», sagte sie am Mittwoch in Demmin.

In diesem mecklenburg-vorpommerischen Ort traf sich die CDU am Politischen Aschermittwoch unter dem Motto «Zeit für klare Worte». Deutschland sei inzwischen der «Schuldenkönig von Europa», klagte Merkel. Die Bundesrepublik müsse wieder Vertrauen erzeugen, doch Schröder verderbe das «gute Klima in Europa».
25 Millionen Bauern mehr in der EU
Vor rund 1200 Zuhörern verteidigte Merkel auch ihr Nein zu einer EU-Mitgliedschaft der Türkei. Trotz des entsprechenden Versprechen, das Konrad Adenauer Ankara vor 40 Jahren gegeben habe, müsse die Türkei verstehen, dass die Europäische Gemeinschaft von 1960 nicht die von 2004 sei.

Sollte die Türkei «vielleicht in zehn Jahren» EU-Mitglied werden, kämen rund 25 Millionen Bauern in die Gemeinschaft neu hinzu kämen. Bisher wisse aber keiner, wie dies finanziert werden solle, gab Merkel zu bedenken.

Heute schon müssten sechs Millionen Bauern von Brüssel subventioniert werden. Durch die bevorstehende EU-Ostererweiterung wachse die Zahl auf zehn Millionen an, betonte die CDU-Chefin. (nz)