20. Feb 2004 07:37
Nach dem Autobahnraser-Prozess plädieren die Grünen für ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Mehrere Studien belegen, dass so die Zahl der schweren Verkehrsunfälle deutlich sinken würde.
Der Verkehrsexperte des BUND, Tilmann Heuser, verwies darauf, «dass ein Tempolimit zugleich zu einer Klima- und Lärmentlastung und zum Abbau von Staus» führen würde. «Die viel zu teure Entwicklung immer schnellerer Autos muss ein Ende haben», sagte er. Ein Tempolimit wäre ein Anreiz für die Industrie, Fahrzeuge mit einem geringen Kraftstoffverbrauch zu entwickeln.Nach Angaben der Deutschen Interessengemeinschaft für Verkehrsunfallopfer wurden zwischen 1947 und 2002 mehr als 646.000 Menschen in Deutschland bei Verkehrsunfällen getötet und fast 24 Millionen verletzt. «Angesichts der Tatsache, dass null Promille und ein Tempolimit bisher vom Bundesverkehrsministerium abgelehnt wurden, macht es sich mitschuldig an weiteren schweren Verkehrsunfällen», kritisierte die Vorsitzende des Verbandes, Angelika Oidtmann.
Eine Untersuchung der EU zeige, dass die Zahl der Unfälle um zwei Prozent zurück gehen würde, wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit um einen Kilometer pro Stunde reduzier würde, so die Zeitung. Brandenburgs Verkehrsminister Frank Szymanski (SPD) kündigte an, das Tempolimit von 130 Stundenkilometer auf der A 24 zwischen den Dreiecken Wittstock und Havelland dauerhaft beizubehalten, weil es sich bewährt habe. Seit seiner Einführung habe es auf diesem Abschnitt keine tödlichen Unfälle mehr gegeben, sagte er.
Hintergrund der Debatte ist die Verurteilung eines Mannes am Donnerstag, der durch sein Tempo von 230 bis 250 Stundenkilometer einen tödlichen Unfall verursacht hatte. (nz)