10. Nov 2003 10:46
Hessens Ministerpräsident Koch hat sich in der Frankfurter Synagoge gegen einen Ausschluss Hohmanns aus der Union ausgesprochen.
Aus Empörung über den hessischen Regierungschef Roland Koch haben mehrere Mitglieder der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main am Sonntag eine Gedenkveranstaltung in der Synagoge im Westend verlassen. Koch hatte in seiner Rede zum Jahrestag der Reichspogromnacht den Verbleib des umstrittenen CDU-Abgeordneten Martin Hohmann in der Partei und der Fraktion verteidigt. Zugleich distanzierte er sich von den Äußerungen Hohmanns, der von Juden als «Tätervolk» gesprochen hatte.
Mehr als ein Viertel der Anwesenden habe daraufhin den Saal verlassen, berichteten Teilnehmer. Sie seien erst wieder zum traditionellen Totengebet zurückgekehrt. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurts, Salomon Korn, sagte, Hohmann habe kein Anrecht mehr auf seinen Sitz im Parlament.