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Ex-Kommandeur Günzel erwägt Klage

08. Nov 2003 11:52, ergänzt 13:46
Reinhard Günzel
Der entlassenen KSK-Chef Günzel erwägt eine Klage wegen Rufschädigung. Er wehre sich dagegen, dass der Verteidigungsminister ihn als «verwirrten Mann» bezeichnet habe, sagte er.

Der gefeuerte Kommandeur des Bundeswehr-Kommandos Spezialkräfte (KSK), Reinhard Günzel, will möglicherweise wegen Rufschädigung klagen. Zwar sei es das gute Recht von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) gewesen, ihn jederzeit zu entlassen, sagte er der «Bild am Sonntag». Er wehre sich aber dagegen als «verwirrt» bezeichnet zu werden. Struck hatte auf die Frage nach rechtsextremen Tendenzen in der Bundeswehr geantwortet, die Äußerungen seien die eines «verwirrten Generals».

«Jedem Hühnerdieb wird rechtliches Gehör gegeben. Aber ein deutscher General wird ohne Anhörung in die Wüste geschickt - das ist schon bemerkenswert», sagte Günzel. Günzel war in der vergangenen Woche entlassen worden, weil er die Rede des CDU-Abgeordneten Martin Hohmann gelobt hatte, in der dieser die Juden in Zusammenhang mit den Verbrechen der Bolschewiken als Tätervolk bezeichnet hatte.

Den Reportern, denen Hohmann den Brief zeigte und die diesen dann öffentlich machten, warf er einen «Bruch des Briefgeheimnisses vor.

«Mir Antisemitismus zu unterstellen, ist geradezu aberwitzig», sagte Günzel dem Nachrichtenmagazin «Focus». Als KSK-Kommandeur habe er vielmehr immer die Zusammenarbeit mit den Israelis gefördert , «weil es phantastische Menschen und Soldaten sind».

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Er halte auch die Rede von Hohmann nicht für antisemitisch, sagte Günzel. Schließlich habe Hohmann betont, dass weder die Juden noch die deutschen als Tätervolk bezeichnet werden sollten. «Es ging Herrn Hohmann in der Tat nicht darum, das jüdische Volk zu verletzen und zu beleidigen, sondern darum, Normalität für das deutsche Volk herzustellen. Das war seine Schussrichtung», sagte er.

Er finde auch nicht, dass er einen Fehler gemacht habe, als er für seinen anerkennenden Brief an Hohmann, das Briefpapier der Bundeswehr benutzt habe.

Der Offizier räumte allerdings ein, dass der von dem CDU-Politiker gezogene Vergleich zwischen Verbrechen von Deutschen und Juden zur Vorsicht hätte mahnen müssen. Wenn man diese Teile der Rede ansehe, «sagt man: Ja, Vorsicht, Alarm», sagte Günzel. (nz)

 
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