netzeitung.deTausende feierten Tag der Deutschen Einheit in Magdeburg

 Herausgeber: netzeitung.de

Udo Lindenberg in seinem Sonderzug (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Udo Lindenberg in seinem Sonderzug
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit werden in jedem Jahr in einer anderen Landeshauptstadt gefeiert. Diesmal war Magdeburg an der Reihe. Udo Lindenberg und viele Prominente kamen mit dem «Sonderzug aus Pankow» zu den Feierlichkeiten. Thema: Tag der Deutschen Einheit Quadriga-Preis für Armin Mueller-Stahl Dax: Kursfeuerwerk am Feiertag Moscheen öffnen ihre Türen Kertesz kritisiert Haltung Deutschlands zu Irak Böhmer beklagt ungleiche Verteilung von Arbeit Schröder: Einheit muss erkämpft werden Thierse sieht Krise als Chance für Ostdeutsche

Zum 13. Mal jährt sich in diesem Jahr der Tag der Wiedervereinigung. Die zentrale Feier in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg begann mit einem ökumenischen Gottesdienst im Dom. Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundespräsident Johannes Rau nahmen gemeinsam mit zahlreichen weiteren Politikern aus Bund und Ländern daran teil.

In der Nähe des Magdeburger Doms, wo kurz vor dem Fall der Mauer 1989 die Montagsdemonstrationen stattfanden, wurde anschließend ein Bürgerdenkmal eingeweiht. Die von dem Augsburger Künstler Norbert Zagel entworfene Plastik nahe des Doms stellt einen aufgebrochenen Kegelstumpf dar, aus dem künstliches Licht tritt. «Das Mahnmal ist ein Zeichen für zukünftige Generationen, was Bürger erreichen können, wenn sie ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen», sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU).
Imres Kertesz hielt Festrede
Beim offiziellen Festakt in der Magdeburger Stadthalle sprach dann Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertesz. Außerdem redeten Schröder und Böhmer.

Auch Prominente aus Sport und Kultur waren nach Magdeburg kommen. Per Sonderzug startete Alt-Rocker Udo Lindenberg von Pankow zur Einheits-Feier. Unter dem Motto «Powern statt Mauern» fuhr der Zug am Mittag mit zahlreichen Prominenten, darunter Schauspieler Ben Becker und Komiker Otto Waalkes, in Berlin los und kam nachmittags in Magdeburg an, wo er von den Politikern in Empfang genommen wurde. Kurz vor seiner Ankunft durchbrach der Zug in der Stadt Barby noch einmal symbolisch die Mauer.

Konzert auf dem Domplatz
Zusammen mit der Sängerin Nena, der Gruppe Die Prinzen, Sänger Peter Maffay und Nachwuchstalent Yvonne Catterfeld veranstaltete Lindenberg am Abend mit seinem 30 Jahre alten «Panikorchester» ein Konzert auf dem Magdeburger Domplatz. 35.000 Menschen versammelten sich zu dem Ereignis auf dem Domplatz.

Den ganzen Tag über war rund um den Dom ein Bürgerfest gefeiert worden, an dem ebenfalls tausende Menschen teilnahmen. Dabei präsentierten sich alle 16 Bundesländer.

Einheitspreis an Sachsen-Anhalt
Den Preis zur deutschen Einheit wurde am Abend einem Jugendprojekt in Sachsen.Anhalt und Hessen verliehen. Das Begegnungsprojekt der evangelischen Jugend Köthen beziehungsweise aus dem hessischen Idstein wurde in der Kategorie 1 «Begegnung in der Einheit» ausgezeichnet. Insgesamt hat der Preis, der in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen wird, drei Kategorien, die jeweils mit 10 000 Euro dotiert sind.

Der Preis in der Kategorie « Gestaltung in der Einheit» ging an die thüringische Initiative Rodachtal e.V., die sich für eine Region der innerdeutschen Grenze einsetzt. In der Kategorie 3 «Vielfalt in der Einheit» wurde der Berliner Autor Eckhart Gillen ausgezeichnet, der mit seinen Ausstellungen das Kunstschaffen in beiden deutschen Staaten zusammengebracht habe.

Erstmals verliehen wurde in diesem Jahr der Wempe-Einheitsfonds, mit dem fünf Projekte ausgezeichnet wurden, die die innerer Einheit fördern und sich speziell an Kinder und Jugendliche richten.

Bayern und Sachsen feiern gemeinsam
Die bayerischen und sächsischen Sozialdemokraten feierten zudem wie jedes Jahr im sächsischen Posseck das «Vogtlandfest». Die Union traf sich im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth an der bayerisch-thüringischen Grenze.

Hauptredner bei der Kundgebung am Freitagnachmittag in dem als «Little Berlin» bekannt gewordenen Dorf war der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) (nz)