Anonyme Geburten sollen legalisiert werden
29.09.2003
Herausgeber: netzeitung.de
In Baden-Württemberg sollen Frauen die Möglichkeit erhalten, ihr Kind im Krankenhaus zur Welt zu bringen, ohne ihren Namen zu nennen. Kindstötungen sollen so verhindert werden.
In Baden-Würrtemberg sollen anonyme Geburten ermöglicht werden. Dafür sprach sich die Justizministerin Corinna Werwig-Hertneck (FDP) aus. «Ich möchte, dass Frauen ihr Kind in einem öffentlichen Krankenhaus zur Welt bringen, ohne unbedingt ihren Namen nennen zu müssen», sagte sie der «Berliner Zeitung» am Montag.
Im Gegensatz zu der Babyklappe sei damit sichergestellt, dass die Mütter nicht allein entbinden müssten. Dadurch sollen gesundheitliche Schäden für Mutter und Kind vermieden werden. «Vor allem gehe ich davon aus, dass dadurch Kindstötungen im Affekt verhindert werden», sagte Werwig-Hertneck.
Adoption möglichZudem könne die Frau innerhalb von acht Wochen entscheiden, ob sie ihr Kind zur Adoption freigibt. Auch könne die Mutter ihre Daten hinterlassen. Dadurch könne sich das Kind, wenn es 16 Jahre alt sei, mit der Mutter in Kontakt setzten. «Das ist doch eine Chance, die es bei der Babyklappe nicht gibt», sagte die Justizministerin.(nz)