Michel Friedman tritt nach
Strafbefehl von allen Ämtern zurück
08. Jul 2003 10:23, ergänzt 13:31
 | Michel Friedman bei der Pressekonferenz | Foto: AP |
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TV-Moderator Michel Friedman tritt von seinem Amt als Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland zurück und akzeptiert einen Strafbefehl. Er räumte ein, einen Fehler begangen zu haben.
Michel Friedman hat angekündigt, er werde «von allen öffentlichen Ämtern» zurücktreten. Gegen den Vizevorsitzenden des Zentralrates der Juden war in den vergangenen Wochen wegen des Verdachtes des illegalen Drogenbesitzes ermittelt worden, nachdem im Juni in seinen Privat- und Kanzleiräumen in Frankfurt am Main drei Päckchen mit Kokainresten gefunden worden waren.
Einen Strafbefehl des Amtsgerichts Berlin in Höhe von 17.400 Euro - 150 Tagessätzen - wegen Kokainbesitzes gegen ihn hat Friedman unterdessen akzeptiert.
Bitte um Verständnis
Friedman bat um Verständnis für sein bisheriges Schweigen, er habe die Entscheidung der Justiz abwarten wollen. Die akzeptiere er: «Wir leben in einem Rechtsstaat.» Drogen seien keine Lösung in Lebenskrisen, das sage er vor allem jungen Menschen. Er sei bereit, die Konsequenzen zu tragen, bitte aber zugleich um eine «zweite Chance». Friedman dankte Freunden, die ihm «24 Stunden am Tag» beigestanden hätten. Das gelte vor allem für TV-Moderatorin Bärbel Schäfer, «die Frau, die ich aus tiefem Herzen liebe» und die er um Entschuldigung bitte.
Verhalten nicht relativieren
Friedman sagte, er wolle sein Verhalten «nicht relativieren oder gar verharmlosen», indem er erkläre, dass auch er «nur ein Mensch» sei. «Menschen irren sich, Menschen machen Fehler.«Abschließend bat Friedman noch einmal pauschal um Entschuldigung. Fragen der Presse akzeptierte er nach seiner Erklärung nicht. (nz)