17. Jun 2003 12:35, ergänzt 14:58
Möllemanns Freunde sollten aufhören, die FDP verantwortlich zu machen, findet Burkhard Hirsch. Schließlich sei es Möllemann gewesen, der das Vertrauen «zerbrochen» habe.
Jürgen Möllemann war es, der die Loyalität zwischen sich und der FDP «zerbrochen» habe, nicht die Partei, sagte der FDP-Politiker Burkhard Hirsch. Er warnte in einem Interview mit der Wochenzeitung «Zeit» vor einer Legendenbildung im Zusammenhang mit dem Tod Möllemanns.Möllemann habe viele seiner politischen Weggefährten «zutiefst enttäuscht. Und daran ändert auch sein Tod nichts».
Die Versuche einzelner Freunde «seinen Tod zu Angriffen auf die Führung der FDP zu instrumentalisieren sind empörend und werden allmählich unerträglich», so Hirsch. Möllemanns Freundes sollten, statt die FDP-Spitze anzugreifen, « zuerst sich selbst fragen, was sie getan haben, um ihn rechtzeitig und richtig zu beraten».Einer dieser Freunde ist der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Der sagte am Montag in der ARD-Sendung «Beckmann», dass er den Selbstmord inzwischen akzeptiere. Es könne sein, dass Möllemann «sich in den letzten Sekunden ausgeklinkt hat. Ich habe keine Anhaltspunkte dafür, dass es anders sein könnte».
Er war der bisher schärfste Kritiker der FDP-Führung und scheint nun zumindest Parteichef Guido Westerwelle verziehen zu haben. «Wir wollten Guido Westerwelle als Parteichef, er ist ein guter Parteichef und er wird es auch bleiben», sagte Kubicki. Er glaube, dass Westerwelle die Chance nutzen werde, «an dieser für ihn menschlich sehr schwierigen Situation zu reifen und etwas verbindlicher zu werden». (nz)