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Westerwelle: FDP hatte bei Ausschluss
von Möllemann keine Alternative

15. Jun 2003 12:35
Guido Westerwelle bei einer kurzen Erklärung am 5. Juni zum Tod von Jürgen Möllemann
Foto: ddp
Er habe immer zu Möllemann gestanden, sagt Westerwelle, zumindest so lange es ging. Und die Partei sei auch nicht zu hart gewesen, bestritt er entsprechende Vorwürfe.

FDP-Chef Guido Westerwelle hat sich in der «Bild am Sonntag» zum ersten Mal zu dem Vorwurf geäußert, die FDP sei mit Jürgen Möllemann zu hart umgegangen und trage eine Mitschuld an seinem Tod. «Ich habe zu Jürgen Möllemann gestanden, so lange es irgend zu vertreten war», sagte Westerwelle der Zeitung.

Möllemann selbst hatte Westerwelle zum Schluss eher als Feind betrachtet. In einem seiner letzten Interviews hatte er gesagt: «Dr. Westerwelle war maßgeblich an einer Hetzkampagne gegen mich beteiligt.»

Mehr in der Netzeitung:
  • Mitspringer filmte Möllemanns Tod 14. Jun 2003 09:59, ergänzt 10:30
  • Kubicki: FDP ohne Anstand und Würde 13. Jun 2003 23:51
  • Jürgen Möllemann in Münster beigesetzt 13. Jun 2003 14:20, ergänzt 16:08
  • Auch Wolfgang Kubicki, der schleswig-holsteinische FDP-Politiker und Vertraute Möllemanns, wiederholte seine Kritik: Das Vorgehen gegen Möllemann sei «unverhältnismäßig und für eine liberale Rechtstaatspartei unwürdig» gewesen, sagte er im «Focus». Möllemann habe der FDP nur als Objekt gedient, um nach der verlorenen Bundestagswahl vieles auf ihn abzuwälzen.

    Keine Alternative

    Westerwelle bestritt das und rechtfertigte die gegen Möllemann verhängten Sanktionen mit der Gefahr für die Partei: «Ich habe mit aller Kraft meine Partei zusammengehalten, die Jürgen Möllemann zu sprengen drohte.»

    Es habe für den Parteivorstand keine andere Möglichkeit gegeben, als die Berichte über das auf seltsamen Wegen finanzierte Flugblatt auftauchten. «Es gab für die Parteispitze keine Alternative. Leider. Ich konnte und durfte derart massive Hinweise auf Gesetzesverstöße nicht unter den Teppich kehren. Daran möchte ich manche Kommentatoren erinnern, die heute leichtfertig Vorwürfe erheben», sagte Westerwelle.

    Vorwürfe erhebt unter anderem die Familie des Toten, die darauf bestand, dass Westerwelle nicht bei der Beerdigung erscheint. Er sei erschüttert über Möllemanns Tod, sagte Westerwelle und er werde die tiefe Trauer der Familie respektieren. «Jeder fühlende Mensch hat eine Ahnung, was jetzt in den Köpfen und Herzen der Familie Möllemann vorgehen muss.» (nz)

     
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