13. Jun 2003 23:51
Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Kubicki hat die Spitze seiner Partei wegen ihres Verhaltens beim Tod Jürgen Möllemanns scharf kritisiert. Der politische Gegner hätte sich taktvoller verhalten.
Nach Ansicht von Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki hat seine Partei in den letzten Tagen ein «gewisses Maß an Anstand und Würde» vermissen lassen. Die Todesanzeige für Jürgen Möllemann sei «von einer technokratischen Kühle» gewesen, die es einem schwer mache, damit fertig zu werden, sagte Kubicki am Freitagabend in der NDR-Sendung «3 nach 9». In diesem Zusammenhang verwies der FDP-Politiker auf die Verdienste Möllemanns. 32 Jahre sei er Mitglied der Partei gewesen, davon 17 Jahre als Landesvorsitzender. Zudem fungierte Möllemann auch als Bundesminister und Vizekanzler. Unter diesen Umständen sei es für ihn schon «beeindruckend», so Kubicki, dass er, Möllemann, vom politischen Gegner «stärker gewürdigt» worden sei, als von den eigenen Freunden.
FDP-Chef Guido Westerwelle sei vom Tod Möllemanns «sehr betroffen» gewesen, sagte Kubicki weiter. Durch den Tod habe Westerwelle seine «juvenile Leichtigkeit» verloren. Er werde ihn zwingen, «wesentlich ernsthafter mit den Dingen des täglichen Lebens umzugehen». Sollte er die Situation nicht souverän politisch bewältigen, könne es ihm politisch schaden, sagte Kubicki. (nz)