10. Jun 2003 09:52, ergänzt 13:20
Die Witwe von Jürgen Möllemann gibt der FDP Mitschuld am Schicksal ihres Mannes: Die FDP-Spitze will sie nicht sehen, in der Todesanzeige erhob sie schwere Vorwürfe.
Die Witwe des verstorbenen FDP-Politikers Jürgen Möllemann, Carola Möllemann-Appelhoff, erhebt schwere Vorwürfe gegen die FDP. Die «Bild»-Zeitung berichtet unter Berufung auf das Umfeld der Familie, sie beschuldige die FDP, am Schicksal ihres Mannes mit Schuld zu sein. Sie sagte, «sie wollten meinen Mann fertig machen - und sie haben es geschafft».Bislang ist nicht klar, ob es für Möllemann einen Staatsakt geben wird. FDP-Chef Guido Westerwelle und Fraktionschef Wolfgang Gerhardt sollen nach dem Tod Möllemanns bei Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier (SPD) angerufen haben, damit er, Steinmeier, die Bundesregierung veranlasse, einen Staatsakt bei Bundespräsident Johannes Rau zu beantragen. Angeblich wollten die beiden liberalen Spitzenpolitiker selbst keinen Staatsakt für ein ausgetretenes FDP-Mitglied erbitten.
Möllemanns Witwe würde bei einer derartigen Veranstaltung die FDP-Spitze nicht sehen wollen, schreibt «Bild». Auch zur Beerdigung am Freitag sei niemand von der FDP-Führung eingeladen. Die Beisetzung soll im engsten Familienkreis stattfinden.