Möllemann aus der FDP ausgetreten
Möllemann fügte hinzu, er werde nun «gründlich» prüfen, wie sich seine «politische und berufliche Zukunft jetzt konkret gestalten lässt». Diese Entscheidung werde er mit dem «nötigen Abstand» treffen.
Ein Antrag auf Ausschluss des früheren FDP-Landes- und Fraktionsvorsitzenden aus der Fraktion hatte im Februar nicht die erforderliche Mehrheit gefunden. Die FDP-Satzung sieht jedoch vor, dass die parlamentarischen Gruppen der Partei gehalten sind, «ein rechtskräftig ausgeschlossenes oder ein ausgetretenes Parteimitglied aus ihrer Gruppe auszuschließen.» Dementsprechend heißt es in der Geschäftsordnung der Fraktion, dass die Mitgliedschaft durch Austritt oder Auschluss aus der FDP endet.
Parteichef Guido Westerwelle betonte, Möllemann sei damit einem Parteiausschluss zuvorgekommen. «Herr Möllemann hat erkannt, dass die von ihm heute vertretenen Positionen sowie sein regelwidriger Umgang mit Parteifinanzen nicht mit einer Mitgliedschaft in der liberalen Rechtsstaatspartei FDP in Übereinstimmung gebracht werden können», sagte Westerwelle.
Möllemanns Nachfolger als FDP-Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart, erklärte: «Herr Möllemann ist an sich selbst gescheitert.» Er forderte Möllemann auf, auch seine Mandate niederzulegen. Der baden-württembergische FDP-Landesvorsitzende Walter Döring sprach von einem «längst überfälligen Schritt». Der Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft, Burkhardt Müller-Sönksen sagte, Möllemann befinde sich auf dem Weg weg vom Liberalismus hin zum Populismus. (nz)

