Unmittelbar vor Beginn der KMK-Beratungen hatten mehrere Verbandsvertreter und Politiker die Einführung nationaler Bildungsstandards gefordert. Die Vorsitzende des Bundeselternrates, Renate Hendricks, erklärte im Südwestrundfunk, die Bundesländern müssten jetzt alles tun, um die Qualität der Schulen zu verbessern. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, erklärte in Berlin, nur transparente Standards in allen Bundesländern könnten aus der Schulmisere heraushelfen. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, forderte im Bayerischen Rundfunk «eine umfassende Standardisierung des deutschen Schulwesens». Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erklärte, die neusten Pisa-Ergebnisse machten einmal mehr deutlich, «wie dringend wir objektivere Leistungsstandards brauchen».
Am Freitag wollen die Kultusminister auch Möglichkeiten erörtern, den Hochschulen mehr Eigenverantwortung bei der Auswahl ihrer Studentinnen und Studenten zuzugestehen. Am Mittag treffen sie sich mit Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn. Dabei geht es um das Angebot des Bundes, den Ländern bis 2007 insgesamt vier Milliarden Euro zur Schaffung von 10.000 zusätzlichen Ganztagsschulen zur Verfügung zu stellen. (nz)