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Länder führen einheitliche Bildungsstandards ein

06. Mrz 2003 17:00
Pisa-Studie macht Bildungsstandards möglich
Die Konferenz der Kultusminister der Länder hat beschlossen, einheitliche Bildungsstandards für die Schulen einzuführen. Auch an den Hochschulen soll es Änderungen geben.

Die Kultusminister-Konferenz (KMK) will bis zum Sommer nationale Bildungsstandards einführen. Das wurde heute bei Beratungen der KMK in Berlin bekannt.

Die Minister wollen festlegen, was ein Schüler an einem bestimmten Bildungsabschnitt können muss. Den Schulen soll weitgehend frei gestellt werden, wie sie diese Ziele erreichen. Eine unabhängige Institution soll die Umsetzung kontrollieren. Erste Standards sollen unter anderem für Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch, Biologie und Physik vorgelegt werden.

Ausländeranteil über 20 Prozent

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Grundlage für die Änderungen ist eine Auswertung der Pisa-Studie. Der deutschen Zusatzstudie zufolge gibt es unter anderem an Gymnasien ein Qualitätsproblem: Danach erreichen in den meisten Bundesländern 20 Prozent der Gymnasiasten nicht einmal das mittlere Bildungsniveau von Realschülern.

Außerdem weicht die Benotung gleicher Leistungen in unterschiedlichen Schulen zum Teil dramatisch voneinander ab. Ein deutliches Absinken der Leistungen der Schüler ist auch an Schulen festgestellt worden, an denen der Ausländeranteil über 20 Prozent liegt.

Umfassende Standardisierung

Unmittelbar vor Beginn der KMK-Beratungen hatten mehrere Verbandsvertreter und Politiker die Einführung nationaler Bildungsstandards gefordert. Die Vorsitzende des Bundeselternrates, Renate Hendricks, erklärte im Südwestrundfunk, die Bundesländern müssten jetzt alles tun, um die Qualität der Schulen zu verbessern. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun, erklärte in Berlin, nur transparente Standards in allen Bundesländern könnten aus der Schulmisere heraushelfen.

Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, forderte im Bayerischen Rundfunk «eine umfassende Standardisierung des deutschen Schulwesens». Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt erklärte, die neusten Pisa-Ergebnisse machten einmal mehr deutlich, «wie dringend wir objektivere Leistungsstandards brauchen».

Am Freitag wollen die Kultusminister auch Möglichkeiten erörtern, den Hochschulen mehr Eigenverantwortung bei der Auswahl ihrer Studentinnen und Studenten zuzugestehen. Am Mittag treffen sie sich mit Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn. Dabei geht es um das Angebot des Bundes, den Ländern bis 2007 insgesamt vier Milliarden Euro zur Schaffung von 10.000 zusätzlichen Ganztagsschulen zur Verfügung zu stellen. (nz)

 
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