30. Sep 2002 11:38
Der Generalbundesanwalt klagt gegen die Skinhead-Band «Landser». Deren Musik stachele zu rechtsextremistischen Straftaten auf.
Gegen vier Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremen Musikgruppe «Landser» hat Generalbundesanwalt Kay Nehm hat Anklage erhoben.Den Verdächtigen würden politisch motivierte Straftaten angelastet, gab die Bundesanwaltschaft am Montag in Karlsruhe bekannt. Die Vorwürfe reichten von Volksverhetzung über Nötigung und Verunglimpfung des Staates bis hin zu Körperverletzung und der Bildung einer kriminellen Vereinigung.
Rädelsführer soll der 37-jährige Chef der Band, Michael R., sein. Ihm wird zur Last gelegt, die radikalen Liedertexte der Gruppe geschrieben zu haben.
Der Generalbundesanwalt schaltete sich wegen der besonderen Schwere des Falls ein. Laut der Behörde stachelt die Musik der Band zu rechtsextremister Gewalt auf.Die Musik der Gruppe hatte bereits eine Rolle bei den Verfahren gespielt, die die Nehm seit 1999 gegen Neonazis führte. Die Gewalttäter und ihr Umfeld seien durch die Lieder von «Landser» erheblich motiviert worden, hieß es. Die rassistisch geprägten Texte forderten zu Gewalt gegen Ausländer, Juden und politisch Andersdenkende auf.
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen war ein V-Mann enttarnt worden. Demnach war Mirko H, der den Vertrieb der verbotenen Nazi-CDs organisiert haben soll, Spitzel des Bundesverfassungsschutzes. (nz)