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Hamburg bleibt bei Einsatz von Brechmitteln

13. Dez 2001 10:39, ergänzt 13:49
Obwohl ein Drogendealer nach dem gewaltsamen Einsatz von Brechmitteln gestorben ist, will der Hamburger Senat auch künftig daran festhalten.

Auch nach dem Tod eines Drogendealers will der Hamburger Senat am Einsatz von Brechmitteln festhalten. Sprecher der CDU, Schill-Partei und FDP rechtfertigten am Mittwoch die Entscheidung in einer Aktuellen Stunde der Bürgerschaft, berichtete die Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag.
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  • Als einzige Partei verlangten demnach die Grünen (GAL), den Einsatz von Brechmitteln grundsätzlich zu überdenken. Die SPD sprach sich dafür aus, die Methode zu überprüfen.

    Auch nach dem Zusammenbruch des 19-jährigen Kameruners seien Brechmittel gegen Dealer eingesetzt worden, zitierte die Nachrichtenagentur dpa einen Justizsprecher.

    Der 19-jährige Kameruner war am Mittwoch für hirntot erklärt worden, nachdem die Ärzte keine Hirnströme mehr feststellen konnten. Nach dem gewaltlosen Einflößen des Mittels war der Mann am Wochenende ins Koma gefallen. Die Ärzte hatten daraufhin schwere Hirnschäden diagnostiziert.

    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) will den Brechmitteleinsatz in der Drogenfahndung ebenfalls fortsetzen. «Das sind gewerbsmäßige Drogendealer, die ihre Drogen herunterschlucken. Und die Polizei braucht diese Drogen als Beweismittel», sagte GdP-Chef Konrad Freiberg dem Radionsender WDR 5. Zudem sei der in Hamburg verwendete Sirup Ipecacuanha «medizinisch nicht angreifbar» und hinterlasse keine Schäden, sagte Freiberg. Experten hatten dagegen wiederholt gewarnt, dass die Verabreichung des Mittels zu Herzproblemen führen könne.

    Der Einsatz von Brechmitteln war im Juli vom damaligen rot-grünen Senat eingeführt worden. Die Grünen hatten der Entscheidung zugestimmt. Sie seien davon ausgegangen, dass der Einsatz medizinisch vertretbar sei, sagte die GAL-Abgeordnete Dorothee Freudenberg. «Der tödliche Vorfall hat uns aber eines anderen belehrt.» (nz)

     
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