Kabinettumbau nach Rücktritt von Jung: 

netzeitung.deVon der Leyen wird Arbeitsministerin

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Kabinettumbau nach Rücktritt von Jung 

Lupe Von der Leyen wird Arbeitsministerin

Schon gut einen Monat nach der Vereidigung muss Merkel ihr Kabinett umbauen: Weil der zurückgetretene Minister Jung aus Hessen kommt, rückt eine hessische Abgeordnete in die Regierung nach. Jungs Job übernimmt allerdings eine andere.

Die bisherige Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird die Nachfolge des zurückgetretenen Arbeitsministers Franz Josef Jung antreten. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in einer kurzfristig anberaumten Stellungnahme mit. Neue Familienministerin wird die erst 32-jährige CDU-Abgeordnete Kristina Köhler aus Wiesbaden. «Sie wird als ausgebildete Soziologin eine sehr gute Arbeit leisten», sagte Merkel.

Köhler hatte sich in der vergangenen Wahlperiode im BND- Untersuchungsausschuss des Bundestags einen Namen gemacht. Der Amtswechsel ist bereits für Montagmorgen vorgesehen.

Wichtige und komplexe Reformen
Von der Leyen hat auf dem Gebiet der Arbeitsmarktpolitik bislang wenig Erfahrung. Bereits während der Koalitionsverhandlungen war spekuliert worden, dass die 51-Jährige aus dem Familienressort auf einen wichtigeren Posten wechseln könnte. «Ich bin mir der Verantwortung einer Arbeits- und Sozialministerin gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise sehr bewusst», sagte die CDU-Politkerin am Freitagabend in Berlin. Die wirtschaftliche Lage sei schwierig. Die Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt sei «drückend spürbar». Auch stünden wichtige und komplexe Reformen an.

Sie habe «erste Erfahrungen mit der Breite der Sozialpolitik als Sozialministerin in Niedersachsen machen dürfen», ergänzte von der Leyen. Als Familienministerin habe sie in den Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Langzeitarbeitslosigkeit und Verbesserung der Arbeitsmarktchancen insbesondere für Alleinerziehende viel mit dem Bundesarbeitsministerium und der Bundesagentur für Arbeit zusammengearbeitet.

«Respekt und Hochachtung»
Jung hatte am Freitag seinen Rücktritt angekündigt. Er zog damit die Konsequenzen aus den Informationspannen nach einem von der Bundeswehr koordinierten Luftschlag in Afghanistan. Dabei waren bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt worden. Der CDU-Politiker war zu dieser Zeit Verteidigungsminister.

Merkel lobte Jung als «geradlinigen Kollegen» und «feinen Menschen». Die Entscheidung zum Rücktritt habe sie mit Respekt und Hochachtung zur Kenntnis genommen, sagte die Kanzlerin. Merkel fügte an: «Wir haben immer sehr gut zusammengearbeitet.» Sie dankte ihm dafür und schloss nicht aus, dass man künftig «in anderer Konstellation» wieder zusammenarbeiten werde.(dpa/AP/nz)