Politische Struktur kritisiert:
Seehofer poltert gegen Länderfinanzausgleich
Bayern schultere mit weit über drei Milliarden Euro den Löwenanteil - die Summe entspreche fast einem Zehntel des bayerischen Haushalts. Seehofer erläuterte am Sonntagnachmittag, es gehe ihm nicht um «das ob» des Finanzausgleichs. Denn wer könne dagegen sein, dass stärkere Länder die schwächeren unterstützten, fragte der CSU-Chef. «Mir geht es um Strukturen».
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) warf ihm am Sonntag «gefährliche Stimmungsmache» vor. Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer ermahnte den CSU-Chef zur Solidarität mit den schwächeren Ländern.
Mappus schloss sich Seehofers Kritik grundsätzlich an. «Ich habe seit jeher den Länderfinanzausgleich als leistungsfeindlich empfunden», sagte der neu gewählte Parteivorsitzende der Südwest-CDU der Deutschen Presse-Agentur dpa. Allerdings gelte die Abmachung, dass man den Länderfinanzausgleich neu regelt, wenn er in zehn Jahren auslaufe, sagte Mappus. «Ich bin immer der Meinung, dass das, was vereinbart wurde, auch eingehalten werden muss. Deshalb sehe ich derzeit keine Chance auf Änderung. Dass das in Baden-Württemberg nicht so ganz leicht zu erklären ist, ist selbstredend.»
Ihr Fraktionskollege Klaus Ernst hielt Seehofer vor: «Ausgerechnet Bayern ist ja nach dem Krieg durch die Solidarität der anderen Länder stark geworden.» Ernst ergänzte: «Kostenlose Kindergärten sind kein Luxus, sondern ein Vorbild für den Freistaat». (dpa/AP)
