27.09.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Hocherfreut zeigte sich Kanzlerin Merkel nach der Wahl
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Die Kanzlerin wird mit ihrem Lieblingskoalitionspartner FDP eine neue Regierung bilden können. Entsprechend euphorisch zeigte sie sich. «Ich habe schon mit Westerwelle telefoniert», sagte Merkel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erfreut über die Chance einer schwarz-gelben Koalition gezeigt. «Wir haben etwas Tolles geschafft. Wir haben es geschafft, unser Wahlziel zu erreichen, eine stabile Mehrheit in Deutschland zu schaffen in einer
neuen Regierung», sagte die CDU-Chefin nach der Bundestagswahl am Sonntag. Sie wolle dennoch Kanzlerin aller Deutschen sein.
«Ich glaube, dass wir heute Abend richtig ausgelassen feiern können», sagte Merkel. «Aber danach wartet schnell wieder Arbeit auf uns.» Es seien viele Probleme zu lösen in Deutschland. «Mein Verständnis war es und mein Verständnis ist es, dass ich die Bundeskanzlerin aller Deutschen sein möchte.»
Nach einer ARD-Hochrechnung vom späten Sonntagabend zeichnet sich eine noch deutlichere Mehrheit für eine schwarz-gelbe Regierungsmehrheit im Bundestag ab. Insgesamt werde es im kommenden Parlament wahrscheinlich 24 Überhangmandate geben, hieß es bei der ARD. Diese kämen ausschließlich der Union zugute. Die Union würde demzufolge mit 238 Sitzen im Bundestag vertreten sein.
Die SPD erreicht der Hochrechnung zufolge 148 Sitze, die FDP 93, die Linke 76 und die Grünen 67 Sitze. Die Mehrheit im Bundestag läge bei 312 Sitzen. Union und FDP kämen bislang auf 331 Sitze und damit auf eine deutliche Mehrheit. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland über die Erststimme mehr Sitze gewinnt als ihr nach dem Zweitstimmen-Ergebnis zustehen.
Merkel: Morgen über Zeitplan redenMerkel ging nicht auf die Verluste ihrer Partei ein. Der Regierungswechsel aus der Großen Koalition heraus in eine neue Regierung sei eine Premiere angesichts des Viel-Parteien-Systems. «Unser Anspruch heißt: Wir wollen Volkspartei bleiben auch im 21. Jahrhundert.»
«Ich habe schon mit Westerwelle telefoniert», sagte Merkel dem ZDF. «Wir haben noch keine ganz konkreten Pläne gemacht. Sie können aber davon ausgehen, dass wir morgen schon über den Zeitplan sprechen. Denn das Land muss ja weiter regiert werden.»
Westerwelle: «Wir wollen jetzt Deutschland mitregieren»FDP-Chef Guido Westerwelle würdigte das Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl als «herausragend». Dieses bedeute aber auch eine «große Verantwortung», sagte Westerwelle in Berlin. «Wir wollen jetzt Deutschland mitregieren.» Notwendig seien eine faires Steuersystem, bessere Bildungschancen und die Respektierung der Bürgerrechte. Zugleich bedankte sich der Parteichef für das «beste Ergebnis» seit der Gründung der Bundesrepublik.
Nach Einschätzung der Forschungsgruppe Wahlen sicherte das gute Ansehen von Bundeskanzlerin Merkel und ihre Arbeit in den vergangenen Jahren der Union den Wahlsieg. Merkel habe damit die teils erheblichen Vertrauensverluste in die Sachkompetenzen von CDU und CSU kompensiert, teilten die Wahlforscher am Sonntagabend in Mannheim mit. Außerdem sei es der CDU-Chefin gelungen, SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier in der Kanzler-Frage klar zu distanzieren. (dpa/AP/nz)