Proteste für Lebensschutz: 

netzeitung.deAbtreibungsgegner ziehen durch Berlin

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Auch Schwangerschaftsberater werden in Berlin auf die Straße gehen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auch Schwangerschaftsberater werden in Berlin auf die Straße gehen
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Die Polizei muss aufpassen, dass sich die Demonstranten am Samstag nicht in die Quere kommen. Die einen sind für ein lockereres Abtreibungsrecht, die anderen ganz vehement dagegen.

Begleitet von Protesten wollen Lebensschützer am Samstag in Berlin gegen die Abtreibungspraxis in Deutschland demonstrieren. Gegen den Zug, bei dem 1000 Kreuze mitgeführt und der in der Hedwigs-Kathedrale mit einem ökumenischen Gottesdienst abgeschlossen werden soll, seien zwei Gegenkundgebungen am Roten Rathaus und auf dem Bebelplatz angemeldet, bestätigte am Freitag die Berliner Polizei. Nach einigen Rangeleien im Vorjahr würden die eingesetzten Beamten in diesem Jahr auf strikte Trennung der beiden Gruppierungen achten.

Zu den Gegenkundgebungen haben die Organisation für Schwangerschaftsberatung «pro familia» sowie ein «Bündnis gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus» aufgerufen, die beide eine Streichung des Paragrafen 218 und völlige Freigabe von Schwangerschaftsabbrüchen fordern. Während das katholische Erzbistum den Schweigemarsch, zu dem 1000 Teilnehmer erwartet werden, erneut unterstützt, ist die evangelische Landeskirche eigenen Angaben zufolge nicht beteiligt.

Allerdings hat der Berliner Bischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, wie auch sein katholischer Amtskollege Kardinal Georg Sterzinsky dem Bundesverband Lebensrecht als Veranstalter ein Grußwort geschrieben. Darin verweist Huber darauf, dass es auch nach Ansicht der evangelischen Kirche kein Recht auf Abtreibung geben könne.

Ablehnende Katholiken
Deshalb habe sie auch der im Paragrafen 218 festgelegten Regelung für Schwangerschaftsabbrüche zugestimmt. In deren Zentrum stehe eine sorgfältige Beratung, «die sowohl das Lebensrecht des Ungeborenen als auch die Konfliktsituation der Frau aufnimmt», so der Berliner Bischof. Anders als die Protestanten lehnt die katholische Kirche Abtreibung kategorisch ab und hat sich deshalb offiziell aus der Schwangerenberatung zurückgezogen.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes «Evangelische Frauen in Deutschland», Brunhilde Raiser, kritisierte die Unterstützung für den Schweigemarsch als «problematisch». Frauen, die vor der Frage eines Schwangerschaftsabbruchs stehen, dürften nicht kriminalisiert werden. Die jetzige Regelung, die Abtreibung zwar prinzipiell als rechtswidrig ansieht, aber unter bestimmten Ausnahmen straffrei lässt, müsse beibehalten werden, so die Theologin. (epd)