Bundesweites Wahlprojekt «U18»: 

netzeitung.deUnter-18-Jährige klar gegen Schwarz-Gelb

 Herausgeber: netzeitung.de

Diagramm auf U18.org (Foto: U18.org/Screenshot nz<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Diagramm auf U18.org
Foto: U18.org/Screenshot nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Bei der Bundestagswahl sind 3,5 Millionen Deutsche erstmals wahlberechtigt. Wie sie wählen könnten, zeigt das bundesweite Wahlprojekt «U18». Rot-Grün hat bei den Jugendlichen gute Chancen.

Ginge es nach den unter 18-Jährigen, würde der nächste Bundestag bunt. Bei dem zweiten bundesweiten Wahlprojekt «U18» simulierten mehr als 100.000 Jugendliche am Freitag in ganz Deutschland die Bundestagswahl in einer Woche - und wählten neben SPD, Union, FDP, Grünen und Linken auch die Piratenpartei ins Parlament.

Nach Auszählung von fast zwei Dritteln der 1125 Wahllokale zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Grünen ab, die beide bei 20 Prozent lagen, die Union kam auf 18,8 Prozent, die FDP lag bei 7,3, die Linke bei 11 und die Piraten bei 8,8 Prozent.

Die Jugendwahl «U18» ist die größte politische Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Sie wurde 1996 in Berlin ins Leben gerufen und steht jetzt unter der Schirmherrschaft der Kinderkommission des Deutschen Bundestages. Die Initiative wird durch Mitarbeit von über 50 Bundestagsabgeordneten und von großen Jugendorganisationen unterstützt.

Bei der ersten Simulation der Bundestagswahl 2005 hatte die SPD mit 38,8 Prozent klar vor der Union mit 16,7 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Wahllokale in Schulen, Bibliotheken und Jugendeinrichtungen waren wie bei der richtigen Wahl am Freitag bis 18 Uhr geöffnet.

Senkung des Wahlalters?
«Ziel ist es, über die Bedeutung von Wahlen zu informieren, Hintergründe von Politik zu erklären, aber auch eine Diskussionsplattform für eine Senkung des Wahlalters zu schaffen», sagte der Initiator des «U18»-Projekts, Markus Lehmann, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es gehe auch darum, die Quote der Erstwähler durch eine solche Aktion zu steigern.

Laut einer Forsa-Umfrage machen 84 Prozent der unter 30-Jährigen fehlendes Politikwissen dafür verantwortlich, dass nicht gewählt wird. 63 Prozent - vor allem jüngere Befragte - halten Angebote zur Beteiligung von Jugendlichen für notwendig, damit frühzeitig das Interesse für Wahlen geweckt wird. Zuletzt war immer wieder über eine Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre diskutiert worden.

3,5 Millionen Deutsche wählen erstmals
Bei der Bundestagswahl am 27. September sind 3,5 Millionen Deutsche erstmals zur Bundestagswahl aufgerufen - so viele wie noch nie zuvor. In der Gruppe der Jung- und Erstwähler lag die Wahlbeteiligung 2005 mit knapp 70 Prozent deutlich unter dem historisch schlechten Bundesdurchschnitt von 77,7 Prozent.

Um 18 Uhr am Freitag schlossen bundesweit die Wahllokale. Das vorläufige Endergebnis wurde für 21 Uhr erwartet. (dpa/AP/epd)