Wahlkampf-Endspurt der SPD: 

netzeitung.de«Wer die Leute einlullt, wird abgestraft»

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Frank-Walter Steinmeier in Hannover (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Frank-Walter Steinmeier in Hannover
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Mit Kampfgeist und deutlich gestärkt von den Ergebnissen der Landtagswahlen hat die SPD in Hannover den Wahlkampf-Endspurt gestartet. Steinmeier attackierte vor allem die Atomwirtschaft und die Kanzlerin.

Die SPD hat mit demonstrativem Kampfgeist die heiße Phase des Bundestagswahlkampfes eingeläutet. «Das Signal von Hannover ist klar: Die SPD ist zurück. Die SPD will siegen, und die SPD kann siegen», sagte Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier beim bundesweiten Wahlkampfauftakt am Montagabend auf dem Opernplatz in Hannover.

Die Landtagswahlen im Saarland, in Thüringen und Sachsen verliehen den Sozialdemokraten noch einmal kräftig Rückenwind, sagte SPD-Chef Franz Müntefering. «In Deutschland ist was in Bewegung. Wir haben gesehen, im Wahlkampf lassen sich Dinge verschieben. Wir kämpfen dafür, dass die SPD die entscheidende Kraft in Deutschland und Frank-Walter Steinmeier der Bundeskanzler in Deutschland ist.»

Knapp vier Wochen vor der Wahl am 27. September hatten sich nach Polizeiangaben 7000 Menschen in der Innenstadt der niedersächsischen Landeshauptstadt versammelt. Unter den Teilnehmern war auch Altbundeskanzler Gerhard Schröder, der sich jedoch nicht zu aktuellen Themen und zur Wahl äußerte. Schröder hatte seine bundesweiten Auftaktveranstaltungen zu den Bundestagswahlen 1998, 2002 und 2005 ebenfalls auf dem Marktplatz in Hannover abgehalten.

«Wer die Leute einlullt, wird abgestraft»
In einer kämpferischen Rede machte Steinmeier seinen Zuhörern noch einmal Mut. «Das Wahlergebnis vom 27. September wird ein ganz anderes sein als in den Umfragen. Ich erwarte eine ganz starke SPD am 27. September», sagte Steinmeier. In den Umfragen zur Bundestagswahl liegt die SPD derzeit deutlich hinter der Union. Im Hinblick auf die CDU, die in Thüringen und im Saarland deutlich verloren hatte, prophezeite Steinmeier: «Wer die Leute einlullt, wird abgestraft.»

Müntefering kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür, auch nach den Wahlschlappen vom Sonntag nicht von ihrer Wahlkampfstrategie abzurücken. Deutschland brauche jemanden an der Spitze, der sich nicht zurücklehne. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel warf Union und FDP vor, Politik nach Wunsch der Atomwirtschaft zu betreiben. Immer wieder brandete Beifall auf. Nach Steinmeiers Auftritt schallten minutenlang und rhythmisch «Wir wollen Frank»-Rufe über den Opernplatz.

Neben seinem Plädoyer für den Atomausstieg ging es um Mindestlöhne, kostenlose Bildungsangebote «von der Kita bis zur Universität» und das Streben nach Vollbeschäftigung. Die meisten Mitglieder seines Schattenkabinetts begleiteten Steinmeier nach Hannover. Der Auftaktkundgebung in Hannover sollen bis zum Wahltag noch 57 Großveranstaltungen mit Steinmeier und Müntefering folgen. (dpa/AP)