Vor allem Schüler sind ahnungslos: 

netzeitung.deTermin der Bundestagswahl ist vielen unbekannt

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Die neuen Bewohner dieses Gebäudes werden am 27. September (!) ausgesucht (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die neuen Bewohner dieses Gebäudes werden am 27. September (!) ausgesucht
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Jeder zweite Deutsche weiß nicht, dass im September ein Parlament gewählt wird. Und den Wahlkampf empfinden die wenigsten Befragten als spannend. Vielleicht ja wieder die SPD - denn sie holt laut der Umfrage etwas auf.

Knapp die Hälfte der Wahlberechtigten in Deutschland weiß nicht, dass die nächste Bundestagswahl Ende September stattfinden wird. 48 Prozent konnten die Frage danach nicht oder nur falsch beantworten, ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Forsa in einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage für das Hamburger Magazin «Stern». Die korrekte Antwort mit dem Termin 27. September wurde von 52 Prozent der insgesamt 1.001 repräsentativ Befragten gegeben. Als richtig gezählt wurde auch die Antwort «in wenigen Wochen» oder «irgendwann im September».

Besonders uninformiert waren der Umfrage zufolge Schüler und Studenten. Fast drei Viertel von ihnen (72 Prozent) konnten nicht sagen, wann die Wahl ist. Anders die Älteren: 64 Prozent der Rentner hatten die richtige Antwort parat. Der Wahlkampf selbst lässt die überwältigende Mehrheit der Wahlberechtigten (84 Prozent) bislang kalt. Nur acht Prozent finden ihn «weitgehend interessant und spannend», nur ein Prozent halten ihn für «sehr interessant». Sieben Prozent machten keine Angabe oder antworteten mit «weiß nicht«.

Derzeit würden sich 37 Prozent der Wahlberechtigten für CDU/CSU entscheiden, ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Die FDP bleibt demnach bei 13 Prozent, was für eine schwarz-gelbe Koalition eine Mehrheit von 50 Prozent bedeuten würde. Die SPD liegt laut Forsa derzeit bei 22 Prozent – gegenüber der letzten Umfrage ein Zuwachs um einen Punkt. Unverändert zwölf Prozent der 2506 zu ihrer Parteipräferenz Befragten wollen bei den Grünen ihr Kreuz machen, 11 Prozent bei der Linkspartei.

Es steht 56 zu 20 für Merkel
Mit zusammen 45 Prozent liegen SPD, Grüne und Linke somit momentan fünf Punkte hinter Union und FDP. Könnten die Bürger ihren Kanzler direkt wählen, würden sich laut dieser Umfrage 56 Prozent für Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) entscheiden und 20 Prozent für SPD-Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier. Für die Kanzlerin bedeutet dies ein Minus von einem Punkt gegenüber der Vorwoche, für den Außenminister ein Plus von zwei Punkten.

An eine erfolgreiche Aufholjagd der SPD glaubt entsprechend nur eine Minderheit der Bürger. Die Frage, ob die SPD den Rückstand zur Union bis zur Bundestagswahl noch aufholen kann, verneinten 79 Prozent. Nur 17 Prozent waren der Ansicht, die SPD könne dies noch schaffen. Etwas optimistischer äußerten sich die Anhänger der SPD: Fast ein Drittel von ihnen (32 Prozent) hielt das für möglich.

Schwarz-Gelb kann noch verhindert werden
Nach Einschätzung von Forsa-Chef Manfred Güllner kann es den Sozialdemokraten allerdings noch gelingen, ein schwarz-gelbes Bündnis zu verhindern. Dem »Stern« sagte er, dazu müsse die SPD ihr Potenzial aus dem Lager der Unentschlossenen voll ausschöpfen. Dann könnte sie am Wahlabend auf 27 bis 28 Prozent kommen. Die jüngsten Attacken von SPD-Parteichef Franz Müntefering gegen Kanzlerin Angela Merkel seien jedoch schädlich. Sie würden eher das Unionslager stabilisieren und sogar SPD-Wähler abschrecken: Schließlich ziehe ein Viertel von ihnen die CDU-Chefin dem eigenen Kandidaten Frank-Walter Steinmeier vor.

Die FDP will nach Angaben von Parteichef Guido Westerwelle noch vor der Bundestagswahl offiziell eine klare Koalitionsaussage zugunsten von CDU/CSU beschließen. Sie soll demnach auf einem Sonderparteitag eine Woche vor der Wahl am 20. September in Potsdam-Babelsberg fallen. «Ich wiederhole ständig, dass für uns eine Koalition mit SPD und Grünen aus inhaltlichen Gründen nicht zusammen passt. Einige werden wohl erst zufrieden sein, wenn ich das mit Blut an frisch gestrichene Wände schreibe», sagte Westerwelle der in Dresden erscheinenden «Sächsischen Zeitung».

Westerwelle will keine Schafe züchten
Auf dem Parteitag werde die FDP «mit einem Wahlaufruf unser Sofortprogramm und eine klare Koalitionsaussage zugunsten der Union beschließen». Auf die Frage, ob er Parteivorsitzender bleibe, falls es nach der Wahl erneut zu keiner Regierungsbeteiligung der FDP kommt, sagte Westerwelle: «Wenn es zu einer linken Regierung aus SPD, Grünen und Linkspartei kommen sollte, werde ich mich kaum an die Müritz zum Schafezüchten zurückziehen.» (nz/epd/dpa/AP)