netzeitung.deLehrer sollen mobiler werden

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Lehrer können bald leichter das Bundesland wechseln. Während eines laufendes Schuljahres wollen sich die Länder aber keine Lehrer gegenseitig abwerben.

BERLIN. Lehrer sollen bereits vom kommenden Schuljahr an ohne großen bürokratischen Aufwand von einem Bundesland in ein anderes wechseln können. Dies will die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Annette Schavan (CDU), am Donnerstag bei dem Treffen mit ihren Amtskollegen in Hamburg durchsetzen.

Sie sei zuversichtlich, dass die anderen Länder ihrem Vorschlag zustimmen werden, sagte die baden-württembergische Schulministerin am Mittwoch.

Keine Abwerbung dieses Schuljahr
Bisher war ein solcher Wechsel nur mit einem persönlichen Tauschpartner in dem jeweiligen Bundesland möglich. Mit der Abschaffung werde eine «zeitgemäße Antwort auf die Mobilitätsbedürfnisse der Lehrer gegeben», sagte Schavan. Bereits seit vergangenem Jahr gilt eine Öffnungsklausel. Diese erleichtert die wechselseitige Anerkennung von Lehramtsabschlüssen unter den Ländern.

Die Kultusminister hatten bei ihrem letzten Treffen im Februar vereinbart, sich keine Lehrer mehr während eines laufenden Schuljahres abzuwerben. Hessen hatte sich dabei mit einer bundesweiten Anzeigenkampagne um den knappen Lehrernachwuchs den Groll der anderen 15 Länder zugezogen. Nach einer neuen Prognose fehlen bis zum Jahr 2010 mindestens 25.000 Nachwuchslehrer, um Ersatz für die in Pension gehenden Pädagogen zu schaffen.

Nicht jeder darf Lehrer werden
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) forderte eine bessere Bezahlung der Pädagogen sowie die Angleichung der Besoldung in den neuen Ländern an die in den alten Ländern. Außerdem dürfe der Unterricht nicht für pädagogisch ungeschulte Fachleute geöffnet werden, «um den durch die Politik zu verantwortenden Lehrermangel zu kaschieren», das sagte der Vorsitzende der Lehrerorganisation, Ludwig Eckinger, am Dienstag auf dem 20. Deutschen Lehrertag des VBE in Bonn.

Der akute Lehrermangel in vielen Schulen sei auf eine verfehlte Weichenstellungen der Bundesländer zurückzuführen. Statt junge Lehrkräfte anzuwerben, hätten die Länder alles daran gesetzt, mit schlechten Arbeitsbedingungen potenzielle Bewerber abzuschrecken. (dpa)