Für eine «Freiwilligenarmee»: 

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Für eine «Freiwilligenarmee» 

Lupe Westerwelle will Wehrpflicht aussetzen

Eine schwarz-gelbe Koalition nach der Bundestagswahl könnte das Ende der Wehpflicht einleiten - jedenfalls dann, wenn Guido Westerwelle sich durchsetzt. Davon hält Verteigungsminister Jung allerdings nichts.

FDP-Chef Guido Westerwelle will sich in möglichen Koalitionsverhandlungen mit der Union nach der Wahl für die Aussetzung der Wehrpflicht einsetzen. «Die Wehrpflicht ist überflüssig und ungerecht», sagte Westerwelle dem «Spiegel» laut einer Vorabmeldung vom Samstag.

«Die Wehrpflicht hatte ihre Verdienste. Heute ist sie eine Sache von gestern. Mit den Auslandseinsätzen hat die Bundeswehr neue Aufgaben übernommen.» Derzeit würden nur rund 15 Prozent der Männer eines Jahrgangs eingezogen, während viele andere an ihren Karrieren arbeiten könnten, sagte Westerwelle. Da sei es ein Akt der Gerechtigkeit, auf eine Freiwilligenarmee umzustellen.

Die Angst, dass der Bundeswehr der qualifizierte Nachwuchs ausgehen könnte, hält der FDP-Chef für unbegründet. «Andere Länder schaffen es doch auch, die Qualität ihrer Armee ohne die Wehrpflicht zu halten.»

Westerwelle wegen Homosexualität ausgemustert
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung, der im Falle eines Wahlsiegs der Union nach der Wahl gerne im Amt bleiben würde, hatte sich in der vergangenen Woche zuversichtlich gezeigt, dass die Wehrpflicht auch in einer schwarz-gelben Koalition erhalten werde.

Westerwelle verriet dem «Spiegel» zudem, dass er selbst von der Bundeswehr einst wegen seiner Homosexualität nicht genommen worden sei. «1979 wurden gleichgeschlechtlich orientierte Männer ausgemustert. So war das damals», sagt der FDP-Politiker, der sich im Juli 2004 anlässlich der Feier von Angela Merkels 50. Geburtstag erstmals öffentlich mit seinem Lebenspartner zeigte. (AP/dpa)