18.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
"Bildung statt Banken!"
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Polizisten setzen Pfefferspray ein, der Bildungsstreik eskaliert. Im Rahmen der «Aktion Banküberfall» besetzten Demonstranten zwei Bankfilialen in Berlins Innenstadt.
Der Bildungsstreik ist nicht mehr nur ein friedlicher Protest. Rund 120 Demonstranten besetzten am Donnerstagabend zwei Bankfilialen in Berlin, die daraufhin von der Polizei geschlossen wurden.
Laut Polizei besetzten rund 50 Demonstranten eine Filiale der Deutschen Bank, 70 eine der Commerzbank. Die Banken wurden Augenzeugenberichten zufolge durch Polizisten geschlossen. Dabei sei auch Pfefferspray eingesetzt worden. Rund 400 Demonstranten hätten sich insgesamt bei der «Aktion Banküberfall» zu einer Sitzblockade versammelt.
Laut Veranstalter: 275.000 TeilnehmerAuch in anderen Städten wie Frankfurt blockierten Aktivisten Banken. In Frankfurt hängten sie Transparente mit der Aufschrift «Deutsche Bank geschlossen wegen Gefährdung des Allgemeinwohls» auf. Darüber hinaus wurden den Angaben zufolge in mehreren Städten wie Göttingen und Heidelberg Universitätsgebäude besetzt. Die Organisatoren vom Bündnis «Bildungsstreik 2009» korrigierten mittlerweile die Zahl der Teilnehmer an den bundesweiten Demos vom Mittwoch von 240.000 auf 275.000 nach oben.
Am Donnerstagnachmittag präsentierte eine Delegation von vier Studenten und zwei Schülern dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz (KMK), Henry Tesch, und sieben seiner Kollegen ihre Forderungen. «Es macht Sinn, über die Bildung nachzudenken, bevor die Krise kommt», sagte Tesch nach dem Gespräch. Der Kultusminister von Sachsen-Anhalt, Jan-Hendrik Olbertz (parteilos), räumte ein, es gebe beim Bologna-Prozess erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten, aber kein Scheitern.
«Die Krise ist schon da»Student Georg Franke sagte, die Kultusminister seien nicht auf ihre Forderungen eingegangen. «Die Krise ist schon da», betonte der Student der Freien Universität Berlin. Die KMK tagt bis Freitag in Berlin. Themen sind unter anderem der Lehrermangel sowie das neue Bewerbungsverfahren an den Universitäten und Hochschulen.
Der fünftägige Bildungsstreik soll am Freitag mit einer Kundgebung gegen die KMK in Berlin enden. Die Proteste richten sich gegen Studiengebühren, die Verschulung des Studiums durch Bachelor- und Masterstudiengänge sowie die Schulzeitverkürzung bis zum Abitur. (AP/nz)