375 Millionen wählen ein Parlament: 

netzeitung.deNZ-Dossier: Alles zur Europawahl

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Europa-Parlament in Straßburg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Europa-Parlament in Straßburg
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Sonntag sind 64,3 Millionen Deutsche zur Europawahl aufgerufen. Doch was genau wähle ich überhaupt? Hat meine Stimme in Europa Gewicht? Gibt es gute Links im Internet? Die Netzeitung hilft Ihnen durch den Wahl-Dschungel.

Nach fünf Jahren ist es wieder soweit: In dieser Woche wird in den 27 Mitgliedsländern der Europäischen Union das Europaparlament gewählt, die direkte Vertretung der Bürger von Irland bis Estland und vom Nordkap bis Malta und Zypern.

In einer ganzen Reihe von Hintergrund-Berichten stellt die Netzeitung die deutschen Spitzenkandidaten vor, erklärt, wie die Europawahl abläuft und erläutert die Funktion des Europaparlaments im Zusammenspiel mit dem EU-Ministerrat und der EU-Kommission.

Als Online-Portal berichten wir auch über den Wahlkampf im Internet, liefern wichtige Links zur Europawahl und stellen digitale «Wahlhelfer» vor, die Sie durch den Meinungsdschungel führen.

Wahlbeteiligung eher gering
In Deutschland und 18 anderen Ländern werden am kommenden Sonntag die nationalen Vertreter für das Europaparlament gewählt – wenn am Sonntagmorgen die Wahllokale öffnen, sind in den acht übrigen EU-Mitgliedstaaten die Stimmen bereits ausgezählt. Jeder EU-Staat darf das offizielle Ergebnis aber erst dann bekanntgeben, wenn die Stimmen in allen Ländern abgegeben sind.

Insgesamt sind in den 27 Mitgliedsländern der Europäischen Union rund 375 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen, allein in Deutschland sind es 64,3 Millionen Wahlberechtigte. Bei der letzten Europawahl vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung in Deutschland bei 43 Prozent, europaweit bei gut 44 Prozent.
Deutsches Ergebnis 2004
Deutschland hat im EU-Parlament 99 von 736 Mandaten. Darum bewerben sich insgesamt 1196 Kandidaten. Auf dem Stimmzettel stehen jeweils 31 Parteien und Vereinigungen, denn mit der einen Stimme, die jeder Wahlberechtigte hat, wird lediglich eine Liste gewählt, keine konkreten Kandidaten.

Bei der letzten Wahl des Europaparlaments am 13. Juni 2004 errangen die CDU 36,5 und die CSU 8,0 Prozent, mit zusammen 44,5 Prozent erhielten sie damit 49 Sitze. Die SPD musste sich mit 21,5 Prozent und 23 Abgeordneten im Europaparlament begnügen. Die Grünen kamen auf 11,9 Prozent und 13 Mandate. Es folgten die PDS (heute: Die Linke) und die FDP fast gleichauf mit jeweils 6,1 Prozent und je 7 Sitzen im Europaparlament.

Die diesjährige Europawahl gilt – 16 Wochen vor der Bundestagswahl – als wichtiges Stimmungsbarometer für die Entscheidung im Herbst. Zudem finden am Sonntag in mehreren Bundesländern (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern) in Deutschland Kommunalwahlen statt. Für die Europawahl erwartet der Bundeswahlleiter das vorläufige amtliche Endergebnis ähnlich wie vor fünf Jahren gegen 1 Uhr morgens. Die Ergebnisse aus einzelnen Bundesländern dürften allerdings schon wesentlich früher vorliegen.